Pforzheimer OB will Derivate vorzeitig auflösen
(naj) Der Pforzheimer Oberbürgermeister Gert Hager will trotz eines Verlustes von 55 Millionen Euro aus laufenden Derivatgeschäften der Stadt aussteigen. Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet, seien drei abgeschlossene Finanzprodukte einer jüngst erfolgten Sonderprüfung der Gemeindeprüfungsanstalt zufolge spekulativ. Gemäß Spekulationsverbot hätten sie der Stadt erst gar nicht angeboten werden dürfen – die Stadt hätte sie aber auch nicht abschließen dürfen. Hager will mit diesem Ausstieg einen drohenden maximalen Verlust von 77,5 Millionen Euro vermeiden. Gegen die frühere Oberbürgermeisterin Christel Augenstein (FDP) und Kämmerin Susanne Weishaar ermittelt die Staatsanwaltschaft Mannheim wegen des Verdachts der Untreue. Die Stadt hat derweil auch ein Rechtsgutachten in Auftrag gegeben, um zu klären, ob sie juristische Schritte gegen J P Morgan und die Deutsche Bank einleiten kann, mit denen sie die Geschäfte abgeschlossen hatte.
Siehe hierzu auch Ehemalige Oberbürgermeisterin und Kämmerin sollen 77 Millionen Euro verzockt haben
Quellen: Stuttgarter Zeitung, Der Neue Kämmerer
