Italien: Strukturierte Derivate bringen Kommunen in Not
(elb) Italienische Kommunen haben hohe Verluste mit strukturierten Derivaten eingefahren. Quellen aus dem italienischen Schatzamt zufolge sollen die italienische Banca Nazionale del Lavoro und international tätige Investmentbanken wie Merrill Lynch, UBS, Deutsche Bank und JPMorgan in zahlreichen Fällen komplexe Derivate so modelliert haben, dass die Kommunen als Vertragspartner praktisch immer zur Kasse gebeten werden. Das berichtet die Financial Times. Häufig haben demnach Vorauszahlungen und die Stundung ausgehender Zahlung zu Beginn der Vertragslaufzeit als Köder gedient, um kommunalen Finanzentscheidern den Abschluss von Derivategeschäften schmackhaft zu machen. Nach Angaben der italienischen Aufsichtsorgane haben 525 Kommunen zwischen 2001 und 2008 fast 1000 Zins-Swaps mit einem Gesamtvolumen von 35 Milliarden Euro abgeschlossen . Die meisten dieser Derivategeschäfte hätten einen fairen Charakter gehabt. In einigen Fällen seien die Konditionen jedoch eindeutig zum Nachteil der Kommunen modelliert worden.
Quellen: FT.com, Der Neue Kämmerer
