Bonner Verwaltung bürgte für insolventen WCCB-Bauherrn
(sar) Das geplante World Conference Center Bonn (WCCB) im alten Regierungsviertel kommt die Stadt Bonn teuer zu stehen. Wie der Spiegel berichtet, soll die Verwaltung auf einen mutmaßlichen Betrüger aus Südkorea als Bauherr hereingefallen sein. Dessen Firma ist inzwischen insolvent, die Stadt bürgte für Kredite. Laut Bericht könnten Kosten von 150 Millionen Euro auf die Stadt zukommen.
Dem Spiegel zufolge droht auch der damals amtierenden Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann (Bild) Ärger, die Staatsanwaltschaft ermittle, ob es im Bonner Rathaus Fälle von Untreue gab. Vieles spreche dafür, dass die Stadt mehrfach vor dem südkoreanischen Bauherrn gewarnt worden sei. Demnach habe die Auskunftei Creditreform keine Bilanzen des Unternehmens erhalten. Auch die Sparkasse, die 74 Millionen Euro Kredit beisteuern sollte, wollte demnach die Zahlungen nur leisten, wenn die Stadt für die Kredite voll bürgt. Dies hat die Stadtverwaltung dem Bericht zufolge mehrfach getan, Vermerken der Projektleiterin zufolge sei die Oberbürgermeisterin informiert gewesen. Der südkoreanische Bauherr unterdessen scheiterte daran, den geplanten Eigenkapitalanteil von 40 Millionen Euro einzubringen, die Firma ging in die Insolvenz. Der Mann wird laut Bericht per Haftbefehl gesucht. In die Rechnung einbezogen worden waren auch 36 Millionen Euro vom Land. 25 Millionen Euro Landesförderung wurden bereits ausgezahlt, womöglich muss die Stadt diese zurückzahlen.
Laut Bericht warten 150 Handwerksbetriebe auf Rechnungsbeträge von insgesamt 7,5 Millionen Euro, die Stadt steht mit einer halbfertigen Halle und einem Hotel da, in dem von 352 Zimmern nur das Musterzimmer fertig ist. Die Fertigstellung des Kongress-Centers kostet voraussichtlich 75 Millionen Euro.
Quellen: Der Spiegel, Der Neue Kämmerer
