Berliner Senat will Immobilienfonds loswerden
(anb) Das Land Berlin steht offenbar kurz davor, die Immobilienfonds, die vor Jahren den Berliner Bankenskandal ausgelöst hatten, an das Londoner Unternehmen Altyon zu verkaufen. Laut Presseberichten wollen Berlins regierender Bürgermeister Klaus Wowereit und Finanzsenator Ulrich Nußbaum den Vertrag über den Verkauf von BIH-Immobilien vorbehaltlich der Zustimmung des Abgeordnetenhauses schon bald unterschreiben. Spätestens im Oktober soll das Abgeordnetenhaus über die Transaktion beraten. Ob eine Zustimmung erteilt wird, gilt jedoch als fraglich, da der Fonds allein in der Hauptstadt rund 20.000 Wohnungen und Appartements beinhaltet. Diese würden in das Eigentum eines weitgehend unbekannten ausländischen Finanzinvestors wechseln. Bereits der frühere Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) hatte versucht die BIH an private Investoren zu veräußern, mit dem Ziel die zulasten des Landeshaushaltes bis 2032 abgeschirmten Milliardenrisiken der 29 geschlossenen Immobilienfonds auf einmal loszuwerden. Nach Presse-Informationen lasten noch Kredite von 4,2 Milliarden Euro auf dem Fonds. Der größte Teil, 3,5 Milliarden, liegt bei der 2007 privatisierten Landesbank Berlin (LBB). Sollten Kredite ausfallen, steht dafür im Rahmen der Risikoabschirmung das Land Berlin ein. Dem Vernehmen nach sind aber weder die LBB noch der potenzielle Käufer bereit, der öffentlichen Hand die langfristigen Darlehensrisiken abzunehmen.
Quellen: Der Tagesspiegel, der Neue kämmerer
