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In Berlin fährt die U-Bahn auch schon mal über Tage.

Milliarden für den ÖPNV

11.01.16 13:11

Berlin: BVG auf Shoppingtour

Von Katharina Schlüter

Für 3,1 Milliarden Euro wird die Berliner BVG neue Schienenfahrzeuge kaufen. Interessant dabei auch: Dank einer eigens gegründeten Investitionsgesellschaft werden die BVG-Bilanzen nicht durch die Milliardenzukäufe belastet.

Das Land Berlin setzt seinen Investitionsoffensive fort: Bis 2035 soll die Berliner Verkehrsgesellschaft (BVG) für insgesamt 3,1 Milliarden Euro neue Schienenfahrzeuge kaufen. Gleichzeitig unterzeichneten das Land Berlin und die BVG eine Absichtserklärung zur Verlängerung des Verkehrsvertrages bis 2035.

 

Finanziert werden sollen die Schienenfahrzeuge über eine zu Jahresbeginn eigens gegründete „Fahrzeugfinanzierungsgesellschaft“. Die als GmbH firmierende Gesellschaft ist eine 100-prozentige Tochter der BVG. Über die Tochter wird die BVG die zur Beschaffung der Fahrzeuge notwendigen Kredite aufnehmen, die Zinsen und Abschreibungen wird das Land Berlin dem Tochterunternehmen ab 2020 rückwirkend erstatten.

 

Ein Sprecher der Landes Berlin erläuterte gegenüber DNK, dass die Gründung der Finanzierungs-GmbH zu mehr Transparenz führen würde. Außerdem sei die Kreditaufnahme durch diese Struktur einfacher, da die Fahrzeuge für die Kreditgeber als Sicherheiten dienen würden.

 

Nicht ganz unerheblich dürfte allerdings auch sein, dass nur mit dieser Struktur ein in der Absichtserklärung fixiertes Ziel für die BVG erreichbar sein wird: Bis 2033 soll die BVG ihre langfristigen Kreditverbindlichkeiten abgebaut haben. Die BVG-Töchter sind von dieser Vereinbarung explizit ausgenommen. Im Geschäftsbericht 2014 weist die BVG Kreditverbindlichkeiten in Höhe von gut 706 Millionen Euro aus, im Jahr 2014 erzielte das Unternehmen erstmals in seiner Geschichte eine „schwarze Null“.  

 

k.schlueter@derneuekaemmerer.de