Ausschüttungen der Sparkassen

06.07.16 10:58

Bundesbank: Sparkassen könnten mehr Gewinne ausschütten

Von Katharina Schlüter

Die Bundesbank hat sich das Ausschüttungsverhalten der Sparkassen angeschaut. Das Ergebnis: Die meisten Sparkassen erfüllen die regulatorischen Vorgaben auch ohne eine weitere Eigenkapitalthesaurierung. Höhere Ausschüttungen an die Träger wären also durchaus drin. Allerdings gilt es, regionale Unterschiede zu beachten.

Laut einer aktuellen Studie der Bundesbank haben im Jahr 2012 nur 140 der insgesamt 418 Sparkassen Gewinne an ihre Träger ausgeschüttet. Ausschüttungsfähig seien dagegen fast alle (398) Institute gewesen.

 

Wie die Bundesbank in ihrer Studie weiter feststellt ist über die vergangenen zehn Jahre die Anzahl der ausschüttenden Institute deutlich gestiegen: Im Vergleichsjahr 2002 schütteten nur 70 Sparkassen Gewinne an ihre Träger aus. Die Studie liegt dieser Redaktion vor.

Sachsen großzügig, Bayern knauserig

Interessant sind dabei auch die von der Bundesbank ermittelten regionalen Unterschiede. So dürfen sich sächsische und NRW-Kommunen über die höchsten Ausschüttungsquoten freuen: Sächsische Sparkassen schütten durchschnittlich (Median) 62 Prozent des Bilanzgewinns aus, in NRW liegt die durchschnittliche Ausschüttungsquote bei immerhin noch 32 Prozent. Am knauserigsten sind mit einer Ausschüttungsquote von 11 bzw. 15 Prozent die bayerischen und die saarländischen Sparkassen.

 

Lehnen Sparkassen (höhere) Ausschüttungen an ihre Träger ab, begründen sie dies in der Regel mit den steigenden wirtschaftlichen und regulatorischen Herausforderungen. Interessant ist daher, dass die Bundesbank in ihrer Studie zu dem Ergebnis kommt, dass die meisten Sparkassen mit ausreichend Eigenkapital ausgestattet sind. So lag das Verhältnis von Kernkapital zu den risikogewichteten Aktiva im Jahr 2012 im Mittel bei 14 Prozent. Wie die Bundesbanker weiter ausführen, erfüllen die meisten Sparkassen damit nicht nur die regulatorischen Anforderungen aus dem Jahr 2012, sondern bereits die deutlich strengeren Regeln, die bis 2019 zu erfüllen sind. Fazit der Bundesbank: „Die meisten Sparkassen sind somit nicht auf die Einbehaltung von Gewinnen angewiesen, um die höheren Eigenkapitalanforderungen von Basel III zu erfüllen.“