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Das Bundeskartellamt durchleuchtet die Abfallbranche auf Wettbewerbshindernisse.

Sektorenuntersuchung in der Abfallbranche

21.12.16 11:16

Bundeskartellamt nimmt Abfallentsorgung unter die Lupe

Von Ariane Mohl

Das Bundeskartellamt will prüfen, ob bei der Auftragsvergabe im Abfallmarkt alles mit rechten Dingen zugeht. Im Fokus der Ermittlungen stehen Kommunen und die dualen Systeme.

Das Bundeskartellamt durchleuchtet die Abfall- und Entsorgungsbranche, um herauszufinden, ob Wettbewerbshindernisse bestehen. „Wir beobachten seit einiger Zeit eine wachsende Konzentration auf den Entsorgungsmärkten und in vielen Regionen eine rückläufige Beteiligung an den Ausschreibungen für Entsorgungsaufträge“, erläutert Bundeskartellamtschef Andreas Mundt den Hintergrund der Überprüfung. Insbesondere mittelständische Betriebe seien hier scheinbar immer zurückhaltender.

 

Die Kartellwächter wollen vor allem den Wettbewerb bei Ausschreibungen der dualen Systeme und der Kommunen unter die Lupe nehmen und „Anhaltspunkten für mögliche Wettbewerbsbeschränkungen nachgehen“, kündigte Mundt an. Erste Ergebnisse sollen im kommenden Jahr vorliegen. Bei der Prüfaktion handele es sich ausdrücklich nicht um ein Verfahren gegen bestimmte Unternehmen, sondern um eine Branchenuntersuchung, stellte das Bundeskartellamt klar.

Im Juni dieses Jahres hat das Forschungsunternehmen IW Consult im Auftrag des Eigentümerverbands Haus & Grund herausgefunden, dass die Müllgebühren in Deutschland regional sehr stark unterschiedlich sind. Analysiert wurden die Entsorgungskosten für Restmüll, Biomüll, Sperrmüll und Altpapier, die bei einem Einfamilienhaus mit einer vierköpfigen Familie anfallen. Zwischen der günstigsten Stadt (Flensburg) und der teuersten Stadt (Leverkusen) liegen 600 Euro pro Jahr.

 

a.mohl@derneuekaemmerer.de