Höhere Kosten und Risiken drohen

31.07.14 14:17

Gutachten: Kapazitätsmärkte für Kraftwerke nicht nötig

Von Tobias Schmidt

Mehrere aktuelle Gutachten im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums erteilen der Forderung nach der Schaffung eines sogenannten Kapazitätsmarktes zur besseren Finanzierung konventioneller Kraftwerke eine Absage.

Mehrere aktuelle Gutachten im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums erteilen der Forderung nach der Schaffung eines sogenannten Kapazitätsmarktes zur besseren Finanzierung konventioneller Kraftwerke eine Absage. Statt neue Märkte zu kreieren, wäre es besser, den bestehenden flexibler und funktionsfähiger zu machen, so das Fazit gleich mehrerer Gutachter.

Kapazitätsmärkte führten zu höheren Kosten und brächten erhebliche regulatorische Risiken mit sich, argumentieren die Autoren. Das Konzept eines Kapazitätsmarkts wird unter anderem vom Verband Kommunaler Unternehmen (VKU) propagiert. Zahlreiche Stadtwerke und kommunale Beteiligungsunternehmen, die in der konventionellen Stromproduktion aktiv sind, kämpfen derzeit mit wirtschaftlichen Problemen. Besonderes Aufsehen haben zuletzt die Abschreibungen erregt, die mehrere NRW-Kommunen auf ihre RWE-Aktien vornehmen mussten (siehe DNK 2/2014, S.14).

Das Konzept eines Kapazitätsmarkts sieht vor, konventionelle Kraftwerke für die Vorhaltung von Kapazitäten zu vergüten. Nach den jetzigen Regeln haben erneuerbare Energien bei der Einspeisung in die Netze Vorrang. Konventionelle Kraftwerke hätten daher in Zeiten hoher Stromproduktion keine Absatzmöglichkeiten und würden dadurch unrentabel, so das Argument der Befürworter eines Kapazitätsmarkts. Dessen ungeachtet spielten die Kraftwerke bei der Gewährleistung der Versorgungssicherheit eine wichtige Rolle, weil sie einspringen können, wenn die vergleichsweise volatile Produktion aus erneuerbaren Energien schwächelt.