Illegale Preisabsprachen

18.01.17 12:13

„Kanal-Kartell“: Tiefbauunternehmen schädigen Stadtwerke Essen

Von Anne-Kathrin Meves

Geschäftsführer von sechs Tiefbauunternehmen müssen sich ab 8. März vor dem Landgericht Essen verantworten. Ihnen werden illegale Preisabsprachen zulasten der Essener Stadtwerke vorgeworfen.

Der Prozess gegen sechs Geschäftsführer von Tiefbauunternehmen beginnt am Landgericht Essen. Ihnen werden illegale Preisabsprachen bei Baumaßnahmen der Stadtwerke Essen vorgeworfen, berichtet die WAZ heute in ihrer Online-Ausgabe. Beginnen werde das Verfahren am 8. März, wie ein Sprecher des Landgerichts gegenüber der Zeitung bestätigte.

Insgesamt hatte die Staatsanwaltschaft drei Jahre gegen 30 Beschuldigte ermittelt. Darunter waren auch Mitarbeiter der Essener Stadtwerke. Sie gehören nun aber nicht zu den Angeklagten. Den Stein ins Rollen gebracht gegen das sogenannte „Kanal-Kartell“ hatte vor über vier Jahren eine Groß-Razzia bei den Stadtwerken. Anfangs saß laut WAZ sogar ein Bauleiter in Untersuchungshaft.

Polizei und Staatsanwaltschaft überprüften seitdem insgesamt 36 Baustellen. Dabei erhärtete sich der Verdacht, dass die Unternehmen untereinander absprachen, wer von ihnen das günstigste Angebot einreichte. So bekamen alle beteiligten Unternehmen Arbeitsaufträge und erhielten einen für sie günstigen Gewinn. In dem Verfahren geht es nun um sieben Geschäftsführer aus Bochum, Bottrop, Essen, Heiden und Mülheim. Einer von ihnen ist jedoch mittlerweile verstorben.

anne-kathrin.meves@frankfurt-bm.com