Studie zu Frauen in kommunalen Unternehmen

05.05.17 13:21

Kommunale Unternehmen: Kaum Frauen an der Spitze

Von Ariane Mohl

In den Chefetagen vieler öffentlicher Unternehmen bleiben Männer noch immer unter sich. Das belegt eine aktuelle Studie der Zeppelin Universität. Dabei machen die Forscher große Unterschiede zwischen einzelnen Branchen, Bundesländern und Kommunen aus.

Nach wie vor schaffen es nur wenige Frauen in die Chefetage eines kommunalen Unternehmens. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Lehrstuhls für Public Management und Public Policy der Zeppelin Universität in Friedrichshafen. Für die Expertise hat ein Forscherteam um den Verwaltungswissenschaftler Ulf Papenfuß die Daten von 69 Städten und 1.488 öffentlichen Unternehmen in ganz Deutschland ausgewertet und herausgefunden, dass Frauen in den Top-Managementorganen nur zu 16,8 Prozent vertreten sind. Bei der letzten Datenerhebung vor anderthalb Jahren lag der Frauenanteil bei 15,2 Prozent.

 

Die Studie zeigt, dass es beim Frauenanteil große Unterschiede zwischen den Kommunen, aber auch zwischen den Bundesländern gibt. Bei den Städten haben Gera (42 Prozent), Offenbach (40 Prozent), Erfurt (31 Prozent) und Berlin (30 Prozent) die Nase vorn. Bei den Bundesländern sind es Bremen (26 Prozent), Thüringen (24 Prozent) und Sachsen (22 Prozent).

Frauenanteil in Unternehmen: Kommunen verfehlen eigene Ziele

Nachholbedarf haben Ingolstadt, Ludwigshafen, Jena, Essen und Trier, wo der Frauenanteil bei unter 5 Prozent liegt. Im Bundesländervergleich schneiden Niedersachsen (11 Prozent), Bayern (10 Prozent) und Rheinland-Pfalz (7 Prozent) besonders schlecht ab.

 

Aufschlussreich ist auch der Branchenvergleich.  In den Branchen „Gesundheit und Soziales“ (35 Prozent) sowie „Krankenhäuser“ (26 Prozent) schaffen es vergleichsweise viele Frauen in die oberste Managementebene. Ganz anders sieht es hingegen bei den Stadtwerken (4 Prozent) und in der Abfall- und Entsorgungswirtschaft aus (8 Prozent).

 

Die Autoren der Studie kommen zum Schluss, dass viele Städte ihre selbst gesetzten Ziele bei der Repräsentation von Frauen in den Chefetagen öffentlicher Unternehmen nach wie vor weit verfehlen. Im Vergleich mit der Vorgängerstudie hätten es lediglich 25 Städte geschafft, den Frauenanteil in ihren Unternehmen zu erhöhen.