Insolvente Stadtwerke im Ausverkauf

14.04.15 18:51

Nach Insolvenz: Erster Teil der Stadtwerke Gera verkauft

Von Marc-Fabian Körner und Katharina Schlüter

Der Abfallentsorger Veolia übernimmt die Mehrheit an einem der Beteiligungsunternehmen der Stadtwerke Gera, der Umweltdienste GmbH & Co. KG (GUD). Damit hat der Ausverkauf der seit Sommer 2014 insolventen Stadtwerke begonnen.

Nachdem die Stadtwerke Gera vergangenen Sommer Insolvenz angemeldet hatten, bemüht sich Insolvenzverwalter Dr. Michael Jaffé derzeit darum, einerseits die Ansprüche der Gläubiger zu befriedigen und anderseits die Daseinsvorsorge in der thüringischen Stadt am Laufen zu halten. Vergangenen Freitag gab Jaffé nun bekannt, die erste Fortführlösung im Insolvenzverfahren gefunden zu haben:  Der private Abfallentsorger Veolia wird seine Anteile an der Stadtwerkebeteiligung GUD von 49 auf 74,9 Prozent aufstocken. Die Stadtwerke Gera verlieren damit die Mehrheit an der nach Angaben von Veolia profitablen Tochter GUD: Sie halten zukünftig nur das verbleibende Viertel der Anteile.

„Wir mussten viele komplexe Rechtsfragen in diesem Zusammenhang lösen, deshalb ist es besonders erfreulich, dass die GUD durch die jetzt gefundene Lösung ihre für die Bevölkerung der Stadt Gera wie für den umliegenden Landkreis Greiz wichtigen Aufgaben nahtlos auch weiterhin in der gewohnten Konstellation wahrnehmen kann“, so der Insolvenzverwalter. Der Gläubigerausschuss der Stadtwerke Gera habe dieser Lösung bereits zugestimmt, auch die Zustimmung des Bundeskartellamts zur Aufstockung der Anteile an dem Entsorgungsunternehmen liege vor.


Die GUD wurde im Oktober 2007 als Gemeinschaftsunternehmen der Stadtwerke Gera AG und der Veolia Umweltservice Ost GmbH & Co KG gegründet. Nach Angaben des Insolvenzverwalters beschäftig die GUD derzeit 180 Mitarbeiter. Zu den Aufgaben der GUD gehören zertifizierte Entsorgungsdienstleistungen in der Stadt Gera und dem Umland, wie beispielsweise das Sammeln, Aufbereiten, Recyceln oder Vermarkten des Bio-, Verpackungs- und Restabfalls sowie von Altpapier, Textilien und Glas.

k.schlueter@derneuekaemmerer.de