Kriselnde Gruppe Enervie

03.07.15 10:02

NRW-Städte retten Energieversorger

Von Katharina Gail

Licht am Ende des Tunnels für den Energieversorger Enervie: Die Gesellschafter, darunter die Städte Hagen und Lüdenscheid, stützen das strauchelnde Unternehmen mit einer Patronatserklärung. Nur so konnte die Liquidität sichergestellt werden.

Die nordrhein-westfälischen Städte Hagen und Lüdenscheid unterstützen den strauchelnden Energieverbund Enervie mit einer Patronatserklärung. Am Montag hatte die Bezirksregierung in Arnsberg dafür grünes Licht gegeben. Wie einer Pressemitteilung des Energieverbundes zu entnehmen ist, konnte nur durch eine sogenannte „harte Patronatserklärung“ über insgesamt 60 Millionen Euro die Liquidität von Enervie gesichert werden. Laut WAZ bürgt Hagen für 30 Millionen Euro und Lüdenscheid für 17 Millionen Euro. Weitere 13 Millionen Euro steuert als drittgrößter Anteilseigner die Remondis-Unternehmensgruppe zu. Die Wirtschaftsprüfer von PwC testierten Enervie darauf „eine positive Fortführungsprognose“. Für die kommenden zwei Jahre bleibt Enervie demnach zahlungsfähig.

 

Im Hintergrund arbeiten unterdessen die Unternehmensberater von Roland Berger an einer Restrukturierung der Energiegruppe. Das Unternehmen war über die Energiewende ins Straucheln geraten und hat in der Vergangenheit – wie die WAZ schreibt – einen Schuldenberg in Höhe von 600 Millionen Euro aufgetürmt. Den Großteil daran sollen Bankkredite sowie Pensionsrückstellungen ausmachen.

 

Der Energieverbund Enervie ist 2006 aus einem Zusammenschluss der Mark-E AG und der Stadtwerke Lüdenscheid hervorgegangen. Hauptgesellschafter sind die Stadt Hagen mit knapp 43 Prozent, die Stadt Lüdenscheid mit gut 24 Prozent sowie Remondis mit gut 19 Prozent. Die Gruppe versorgt in Südwestfalen 400.000 Kunden mit Wasser und Energie.

 

k.gail@derneuekaemmerer.de