Energieeffizienz in Kaiserslautern: Digitales Modell-Viertel entsteht

10.10.17 17:25

„Reallabor“ für Energie-Innovationen in Kaiserslautern

Von Andreas Erb

In Kaiserslautern geht das Energie-Projekt „EnStadt:Pfaff“ an den Start – gefördert durch das Programm „Solares Bauen / Energieeffiziente Stadt“ des Bundes. Entstehen soll auf einer Konversionsfläche ein neues, klimaneutrales Quartier, das in seiner Energieversorgung bestenfalls autark funktioniert.

Die Entwicklung eines klimaneutralen, in seiner Energieversorgung möglichst autarken Quartiers möchte die Stadt Kaiserslautern gemeinsam mit weiteren Verbundpartnern modellhaft untersuchen. Das Projekt „EnStadt:Pfaff“, das am vergangenen Montag im Kaiserslauterer Rathaus offiziell vorgestellt wurde, wird in der Förderinitiative „Solares Bauen / Energieeffiziente Stadt“ ressortübergreifend durch die beiden Bundesministerien für Wirtschaft und Energie sowie für Bildung und Forschung mit 27 Millionen Euro gefördert. Insgesamt stehen im Förderprogramm 150 Millionen Euro zur Verfügung.

 

„Es handelt sich um eines der ersten großen Demonstrationsprojekte in Bezug auf die Integration von Technologien in einem ganzen Stadtviertel“, sagt der Wissenschaftler Frank Bomarius vom beteiligten Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software-Engineering.

Stadtwerke erwarten neue Erkenntnisse

Auf dem innerstädtischen Pfaff-Gelände, einer über 20 Hektar großen Konversionsfläche des ehemaligen Nähmaschinenherstellers Pfaff, entsteht derzeit zentrumsnah ein komplett neuer Stadtteil. Dieser soll in Sachen Energie zu einem Modell-Viertel ausgebaut werden. Darin kommen nicht nur neueste Innovationen in Energieversorgung und Baumaterialien zur Anwendung. Insbesondere die digitale Vernetzung einzelner Elemente wie Solaranlagen, Energiespeicher und Verbrauchsstellen zu einem integrierten, energetischen System ist das Kernthema des nun geförderten „Reallabors“. So erwarten sich etwa die örtlichen Stadtwerke unter anderem neue Erkenntnisse darüber, wie sich die Strom- und Wärmeversorgung eines gesamten Areals unter Einbezug dezentraler, regenerativer Energieproduktion bestmöglich steuern und autark gestalten lässt.

 

Die Stadt investiert rund 1,7 Millionen Euro in das Vorhaben, davon stammen 1,4 Millionen Euro aus der Bundesförderung. Neben der Stadt sind städtische Beteiligungsunternehmen wie die örtlichen Stadtwerke oder die Pfaff-Areal-Entwicklungsgesellschaft sowie private Investoren und Partner aus der Wissenschaft an dem Projekt beteiligt. Die Förderquote variiert je nach Empfänger zwischen 50 Prozent für privatwirtschaftliche Investoren bis zu 100 Prozent für Forschungsvorhaben. Die Bundesmittel konzentrieren sich ausschließlich auf innovative und modellhafte Elemente. Das Projekt läuft bis 2022, der Endausbau des Quartiers ist 2029 vorgesehen.

 

a.erb@derneuekaemmerer.de