Japan gründet Stadtwerke

01.04.15 13:50

Rekommunalisierung der Energienetze: Deutsche Berater in Japan

Von Marc-Fabian Körner

Der Dienstleister TÜV SÜD steigt in beratender Funktion bei den nach deutschem Vorbild neu gegründeten Stadtwerken Japan ein. Deren Ziel ist es, die Dezentralisierung der Energieversorgung voranzutreiben, und den ländlichen Raum wieder zu stärken.

Der Prüf- und Zertifizierungsdienstleister TÜV SÜD berät die Stadtwerke Japan. Das neu gegründete Tochterunternehmen der japanischen West Holding orientiert sich dabei am Vorbild der deutschen Stadtwerke und soll zunächst die Energieversorgung dezentralisieren.


Volker Blandow, Head of E-Mobility bei TÜV SÜD, sieht die „Vorteile von Stadtwerken vor allem in der zuverlässigen und bezahlbaren Grundversorgung der Bevölkerung, in den bei einer Zusammenfassung von Versorgungsleistungen auf regionaler Ebene entstehenden Effizienzvorteilen, sowie im Verbleib der gesamten Wertschöpfung in der Region.“


Japan plane, den ländlichen Raum wieder zu stärken, nachdem dort in vielen Städten ein starker Bevölkerungsrückgang und eine gleichzeitig einsetzende Überalterung der Gesellschaft spürbar wurden. Die daraus folgende Liberalisierung der japanischen Energiemärkte führte nun zur Gründung der Stadtwerke. Jene war nötig geworden, da „die Zentralisierung beispielsweise bei der Energieversorgung dazu führte, dass Gewinne aus den Regionen abflossen und den Städten und Kommunen zunehmend die nötigen Mittel für die Grundversorgung der Bevölkerung fehlten“, wie der deutsche Dienstleister in seiner Pressemitteilung bekannt gab.


m.koerner@derneuekaemmerer.de