Quelle: RWE

RWE: Die Kommunen müssen in diesem Jahr auf ihre Dividende verzichten.

Null-Dividende bringt Kommunen in Not

04.03.16 17:08

RWE: Aufsichtsrat stimmt Dividenden-Nullrunde zu

Von Ariane Mohl

Etappensieg für RWE-Chef Terium: Der Aufsichtsrat hat den geplanten Verzicht auf Ausschüttung einer Dividende abgesegnet. Auch die Vertreter der Kommunen in dem Kontrollgremium stimmten zu.

RWE-Chef Peter Terium hat sich durchgesetzt. Der Aufsichtsrat des Essener Energiekonzerns habe der geplanten Dividenden-Nullrunde einstimmig zugestimmt, heißt es in einer Pressemitteilung des Konzerns.

 

Eine RWE-Sprecherin bestätigte gegenüber DNK, dass auch die kommunalen Vertreter im Gremium die Aussetzung der Ausschüttung mitgetragen haben. Sie sind mit vier Sitzen in dem 20-köpfigen Kontrollgremium vertreten.

 

Nach Informationen der WAZ hatte ein von RWE in Auftrag gegebenes Gutachten belegt, dass RWE aufgrund der schlechten Geschäftsentwicklung nicht in der Lage ist, eine Dividende zu zahlen. Daraufhin hätten die kommunalen Vertreter der Dividenden-Nullrunde zugestimmt.

 

Ernst Gerlach, der Geschäftsführer des Verbands der kommunalen RWE-Aktionäre (VKA), betont, dass es den Kommunen nicht in erster Linie um die Streichung der Ausschüttung geht.

 

„Die größten Schmerzen haben wir, weil das Verhältnis zwischen Vorstand und den kommunalen Aktionären gestört ist. Da ist in den vergangenen sechs bis acht Monaten unglaublich viel Vertrauen verloren gegangen“, sagte er der WAZ.

Dividende von RWE ließen die Kassen der Kommunen klingeln

Im Vorfeld der Sitzung hatten die Kommunen – darunter die Ruhrgebietsstädte Essen, Bochum und Dortmund – wütend und fassungslos auf die Ankündigung von RWE reagiert, den Stammaktionären in diesem Jahr keine Dividende ausschütten zu wollen. Dass Terium die Kürzungspläne öffentlich gemacht hatte, ohne vorab die Kommunen davon in Kenntnis zu setzen, hatte zusätzlich für Ärger gesorgt.

 

In der Vergangenheit konnten die kommunalen Anteilseigner mit Ausschüttungen in Millionenhöhe rechnen. Nach WAZ-Informationen lag der Ausschüttungsbeitrag pro RWE-Aktie zeitweise bei 3,50 Euro.

 

Das letzte Wort hat nun die Hauptversammlung, die am 20. April darüber abstimmen wird, ob die Stammaktionäre in diesem Jahr tatsächlich leer ausgehen.   

 

a.mohl@derneuekaemmerer.de