RWE-Konzernumbau

13.08.15 15:46

RWE: Kommunen fürchten Machtverlust

Von Katharina Gail

Nun sind die Zahlen raus: Dem RWE-Konzernumbau fallen laut Medienberichten 25 Aufsichtsratsmandate von Kommunalvertretern zum Opfer. Einige der Betroffenen sollen in beratenden Gremien unterkommen. Das von den Kommunen gefürchtete Szenario „Machtverlust“ nimmt Gestalt an.

Mit dem Konzernumbau könnten die kommunalen Aktionäre erheblich Einfluss auf RWE verlieren. Nach Angaben der Süddeutschen Zeitung fallen insgesamt 25 kommunale Mandate in den Kontrollgremien des Unternehmens weg. RWE hatte am Montag in einer Pressemitteilung kommuniziert, sieben der bisher zehn Aufsichtsratsgremien zu streichen – inklusive aller damit verbundenen Verwaltungsaufgaben.

 

So soll zum Beispiel der Aufsichtsrat der Tochter RWE Power wegfallen, in dem die Stadtoberhäupter von Köln, Essen, Eschweiler und Hürth sowie ein Landrat aus Neuss sitzen. Eine RWE-Sprecherin sagte der Süddeutschen Zeitung, ein Teil der kommunalen Vertreter werde künftig in „International Business Councils“ unterkommen. Dabei handele es sich allerdings nicht um Kontrollorgane, sondern nur um beratende Gremien.

 

RWE plant, die Holding in eine operative Gesellschaft umzuwandeln, die deutschen RWE-Gesellschaften darin weitestgehend zu bündeln. Dass die Konzernstrukturen verschlankt werden sollen, hatte RWE-CEO Peter Terium bereits im März dieses Jahres angekündigt. Der Konzern verspricht sich von dem Umbau mehr Effizienz.

Kommunale Aktionäre hadern mit Konzernumbau

Gegenüber der DNK-Schwesterpublikation FINANCE meldete Ernst Gerlach, Geschäftsführer des Verbands der Kommunalen Aktionäre (VKA), daran Anfang Juli Zweifel an: „Was sind die Belege dafür, dass das Unternehmen durch den Umbau wirklich effizienter wird?“ Gerlach stellte damals in Frage, ob der Umbau tatsächlich zu einer schnelleren und besseren Willensbildung führe. „Wie will der Vorstand sicherstellen, dass die dezentralen regionalen Märkte auch nach dieser Zentralisierung noch gut betreut werden?“, sagte der VKA-Geschäftsführer. Er sei nicht grundsätzlich gegen einen Umbau an der Spitze des Versorgers, so Gerlach – doch er dränge auf Antworten.

 

Im Streit mit RWE geht es für die Städte aber um deutlich mehr als nur um ein paar Aufsichtsratsmandate: Größte Sorgen bereitet den Kommunen die diskutierte Kapitalerhöhung sowie die rückläufigen Dividenden. Um den Druck auf RWE zu erhöhen, hatten die städtischen Anteilseigener mit einem Konzessionsentzug gedroht. Städte und Landkreise sind gleichermaßen Stromkunden und Eigentümer von RWE. Sie halten 24 Prozent der Anteile an dem Konzern. Insbesondere die hochverschuldeten Ruhrgebietsstädte sind von den Erträgen aus der Beteiligung abhängig.

 

k.gail@derneuekaemmerer.de