Quelle: DSGV

DSGV in Berlin: Ausschüttungen an Kommunen erteilt der Verband weiterhin eine Absage.

DSGV präsentiert Geschäftszahlen für 2015

15.03.16 15:34

Sparkassen: Eigenkapitalstärkung statt Ausschüttung an Kommunen

Von Katharina Schlüter

Die Sparkassengruppe erzielte im Jahr 2015 ein überraschend gutes Ergebnis. Damit soll nun die Substanz weiter gestärkt werden, Ausschüttungen an die Träger dürften die Ausnahme bleiben. Auch die Kunden müssen ihren Sanierungsbeitrag leisten: Die Zeiten des kostenfreien Sparkassen-Girokontos sind vorbei.

Die Sparkassen konnten trotz der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) im Jahr 2015 einen Jahresüberschuss von 2 Milliarden Euro einfahren. Das Ergebnis vor Steuern lag bei 4,8 Milliarden Euro, beide Kennzahlen sind damit im Vergleich zum Vorjahr fast unverändert. Dies teilte der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) in seiner Bilanzpressekonferenz am Dienstag mit.

 

Wie schon in den Vorjahren dürfte von dem Jahresüberschuss in den Haushalten der Kommunen als Träger der Sparkassen allerdings wenig ankommen. Der DSGV betonte, dass die Sparkassen die Überschüsse für die Substanzstärkung brauchen. DSGV-Präsident Georg Fahrenschon betonte zwar, dass das 2015 für die Sparkassen ein „sehr gutes Jahr“ gewesen wäre. Die Sparkassen würde aber in den kommenden Jahre aufgrund der „falschen“ Zinspolitik der EZB „unternehmerisch in höchstem Maße gefordert“.

 

Dank dem guten Ergebnis könne man dem aber aus einer „Position der Stärke“ begegnen. Entsprechend werde der Überschuss genutzt, um den Eigenkapitalaufbau fortzusetzen: Die Kernkapitalquote ist im abgelaufenen Geschäftsjahr von 14,5 auf 14,8 Prozent gestiegen.

Girokonto zukünftig kostenpflichtig

Um die Ergebnissituation auch für die nächsten Jahre zu stabilisieren setzt die Sparkassengruppe unter anderem auf einen Mitarbeiterabbau. So seien bereits 2015 bei den Sparkassen 6.427 freigewordene Stellen nicht wiederbesetzt worden. Dieser Prozess solle fortgesetzt werden – insgesamt beschäftigt die Gruppe aktuell 325.500 Mitarbeiter.

 

Auch die Einnahmen sollen gestärkt werden. Im Fokus steht dabei der Ausbau der Provisionsgeschäfte, insbesondere des Wertpapiergeschäftes.  Auch würden die Sparkassen ihre Leistungen zukünftig verursachungsgerechter bepreisen müssen, eine Quersubventionierung durch Zinsüberschüsse sei nicht mehr möglich. Was dies für die Kunden konkret bedeutet, machte Fahrenschon sehr deutlich: „Die Zeit von kostenlosen Girokonten ist vorbei.“ Alle Marktteilnehmer müssten angesichts der falschen Zinspolitik neue Ertragsquellen erschließen.

 

k.schlueter@derneuekaemmerer.de