Zehn Jahre nach dem Verkauf

13.05.16 13:03

Stadt Dresden baut wieder Sozialwohnungen

Von Ariane Mohl

2006 verkaufte die Stadt Dresden ihren kompletten Immobilienbestand. Nun kommt die Kehrtwende: Eine neu zu gründende städtische Wohnungsbaugesellschaft soll im großen Stil Wohnungen zu bezahlbaren Preisen errichten. Noch in diesem Jahr soll es losgehen.

Noch in diesem Jahr will die Stadt Dresden mit dem Bau von 800 kommunalen Sozialwohnungen beginnen. Das hat der Stadtrat mit den Stimmen von SPD, Linken, Grünen und Piraten beschlossen.

 

Nach Informationen der Sächsischen Zeitung (SZ) soll die Stadtentwicklungs- und -sanierungsgesellschaft Dresden mbH (Stesad) sofort mit den Planungen beginnen. Die Stadt plant darüber hinaus die Gründung einer neuen Wohnungsbaugesellschaft (Woba), auf die die neuen Wohnungen dann übertragen werden sollen. Bis 2019 sollen laut SZ 2.500 Wohnungen zu bezahlbaren Preisen entstehen.

Woher kommt das Geld für den kommunalen Wohnungsbau?

Nicht alle Mitglieder des Stadtrats sind von dem Wiedereinstieg in den sozialen Wohnungsbau begeistert. Die CDU zweifelt an der zeitlichen Machbarkeit der Bauvorhaben. Die FDP, der auch der Dresdener Oberbürgermeister Dirk Hilbert angehört, sprach von einer Rückkehr in die „Staatswirtschaft“. Kritik kam auch von einem Stadtrat der Grünen. Es sei unklar, wie die Stadt dieses millionenschwere Wohnungsbauprogramm finanzieren wolle.

 

Dresden hatte 2006 seinen kompletten Immobilienbestand an einen amerikanischen Investor verkauft. Mit dem Geld konnte sich Dresden als erste deutsche Großstadt auf einen Schlag von allen Schulden befreien.

 

a.mohl@derneuekaemmerer.de