Stadtwerke wollen Joint Venture mit britischem Konzern eingehen

26.07.17 10:40

Stadtwerke München: Milliardendeal mit britischem Energiekonzern

Von Melanie Weber

Die Stadtwerke München planen eine strategische Allianz mit einem britischen Energiekonzern. Diese Partnerschaft soll das Erdgasgeschäft des kommunalen Versorgers sichern. Die FDP bezeichnet den Milliardendeal als einen Rechtsbruch mit der Gemeindeordnung.

Die Stadtwerke München planen eine strategische Partnerschaft mit dem britischen Energiekonzern Centrica. Dies soll die Zukunft des kommunalen Versorgers im Erdgasgeschäft sichern. Die in der Nordsee operierende Tochterfirma Bayerngas Norge wird hierfür ihr Geschäft mit dem britischen Energieversorger zusammenlegen. Unterstützung des geplanten Milliardendeals erhielten die Stadtwerke von Seiten des Stadtrats. Die Stadtwerke und der Stadtrat haben sich das Ziel gesetzt, den Gasbedarf Münchens durch eigene Produktion zu decken, berichtete die Süddeutsche Zeitung. Bereits in der Vergangenheit haben die Stadtwerke am Feld Hejre in der Nordsee erfahren, wie unberechenbar die Investitionen im Gasbereich sind. Technische Schwierigkeiten, niedrige Gaspreise und fehlende finanzielle Mittel für die notwendige Expansion zwangen die Stadtwerke der Tochtergesellschaft ein Darlehen von 400.000 Euro zu geben. Das Joint Venture soll verhindern, dass solche Risiken künftig auf die Stadtwerke und deren Tochtergesellschaften zurückfallen.

Kritik: Milliardendeal sei Rechtsbruch

Micheal Matter, FDP-Chef der Rathausfraktion, hält den Milliardendeal mit dem britischen Versorger jedoch für einen Rechtsbruch. Die Stadtwerke bewegten sich als kommunales Unternehmen mit einer Minderheitenbeteiligung an Centrica außerhalb ihres Gebietes und der Gemeindeordnung, erklärte Matter der Süddeutschen Zeitung. Die FDP verlangte eine Erklärung des Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD), ob die Kommunalaufsicht diese Partnerschaft überprüft habe. Darüberhinaus verlangte Matter eine Stellungnahme zur Wirtschaftskraft des britischen Unternehmens. Die Partnerschaft sei keineswegs eine Garantie für einen Risikoausstieg.

 

melanie.weber@frankfurt-bm.com