Gehaltsunterschiede

14.10.15 16:27

Studie: Sparkassenvorstände verdienen mehr als Bankenkollegen

Von Katharina Gail

Öffentlich-rechtlich verdient es sich besser: Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, in der die Gehälter der Sparkassenvorstände untersucht wurden. Angesichts der Ausschüttungsdebatte ist dabei auch brisant, dass NRW-Sparkassen fast 20 Prozent ihres Jahresgewinns als Gehalt oder Pensionen an ihre Vorstände zahlen.

In puncto Vergütung stehen Sparkassenvorstände oft besser dar als ihre Kollegen von Genossenschafts- und Privatbanken. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Frankfurt University of Applied Science. Die Studie beruht auf Zahlen, die im Zuge des Transparenzgesetzes in Nordrhein-Westfalen seit 2009 von den Sparkassenvorständen offengelegt werden mussten und bezieht auch die Pensionsansprüche der Vorstände mit ein.

 

Berücksichtige man die Größe und Bedeutung der Institute, würden NRWs Sparkassenvorstände in Relation fünfmal so viel verdienen wie Vorstände von Privatbanken, führen die Autoren der Studie an. Demnach zahlen in NRW die Hälfte aller Sparkassen 20 Prozent ihres Jahresgewinns als Gehalt oder Pension an die Vorstände aus. Bei der Deutschen Bank oder der Commerzbank flössen nur 2 Prozent des Gewinns in das Auskommen der Chefetage. Diese Zahlen könnte die aktuelle Debatte um die Ausschüttungsfähigkeit deutscher Sparkassen weiter befeuern.

 

Die Pensionsansprüche von Sparkassenvorständen lägen in Einzelfällen bei bis zu 75 Prozent der Grundgehälter. Bei einem Grundgehalt von über 500.000 Euro jährlich entstünden laut Studie Pensionsansprüche von mehr als 375.000 Euro pro Jahr. Damit seien für einzelne Vorstände Pensionsrückstellungen von über fünf Millionen Euro notwendig. Im Mittel müssten die Sparkassen in Nordrhein-Westfalen viereinhalb Monate arbeiten, um die Pensionen ihrer Vorstände zu erwirtschaften.

 

k.gail@derneuekaemmerer.de