RWE-Hauptversammlung

21.04.16 11:27

Trotz Dividenden-Nullrunde: Kommunen entlasten RWE-Vorstand

Von Ariane Mohl

Der Showdown zwischen den kommunalen Anteilseignern und dem RWE-Vorstand blieb aus. Bei der Hauptversammlung sprachen die Kommunen RWE-Chef Terium ihr Vertrauen aus. Doch in einer anderen Angelegenheit wollen die kommunalen Aktionäre hart bleiben.

Der Streit um den Ausfall der Dividende hat zumindest ein vorläufiges Ende gefunden. Bei der diesjährigen Hauptversammlung haben die kommunalen Aktionäre des Essener Energiekonzerns den Sanierungskurs von RWE-Chef Peter Terium unterstützt.

 

Terium ließ in seiner Rede keinen Zweifel daran, dass es zu der Dividenden-Nullrunde für die Stammaktionäre keine Alternative gebe. Der Konzern befinde sich wegen der eingebrochenen Börsenstrompreise in einer dramatischen Lage und müsse Milliarden einsparen.  

Die Kommunen wollen ihren Einfluss in der neuen RWE-Tochter sichern

Die kommunalen Anteilseigner, die knapp 25 Prozent der RWE-Aktien halten, hatten bis zuletzt gedroht, dem RWE-Vorstand die Entlastung zu verweigern. Nach Informationen der WAZ haben sich die Kommunen erst wenige Stunden vor der Hauptversammlung darauf geeinigt, den Sparkurs nun doch zähneknirschend mitzutragen. „Krawall machen ohne Folgen ergibt keinen Sinn“, zitiert die WAZ Ernst Gerlach, Chef des Essener Verbands der kommunalen RWE-Aktionäre. Man wolle sich an der Zukunft orientieren und den neuen Kurs des Unternehmens kritisch begleiten. Letztlich habe man auch deshalb auf eine öffentliche Abrechnung mit dem Vorstand verzichtet, weil man den geplanten Börsengang der neuen RWE-Tochter nicht erschweren wolle.

 

Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters bekräftigte Gerlach, dass die Kommunen nach wie vor darauf bestehen, auch im Aufsichtsrat der neuen RWE-Tochter vertreten zu sein. „Darüber gab es konstruktive Gespräche mit dem Vorstand.“

 

a.mohl@derneuekaemmerer.de