Gutachten vorgelegt

08.03.13 10:46

VKU fordert integriertes Energiemarktdesign

Von Von Pia Hoppenberg

Beim Energiegipfel im Kanzleramt am Donnerstag in Berlin hat der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) ein Gutachten mit der Forderung nach einem integrierten Energiemarktsdesign vorgelegt. Der Spitzenkandidat der Grünen, Jürgen Trittin, hat sich verhalten zu den Vorschlägen geäußert.

Laut VKU-Gutachten sollten Zuschüsse für Investitionen in erneuerbare Energien künftig über ein Ausschreibungsverfahren vergeben werden. Die Anbieter, die die ausgeschriebenen Kapazitäten zu den geringsten Förderkosten bereitstellen können, erhielten somit den Zuschlag. Neben der Notwendigkeit, erneuerbare Energien zu fördern, betont das Gutachten aber auch die Bedeutung konventioneller Anlagen für die Versorgungssicherheit.

 

„Gesicherte Leistung braucht einen Wert, da eine sichere und wirtschaftliche Energieversorgung die Grundlage für die industrielle Produktion und die Volkswirtschaft insgesamt ist“, sagte VKU-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Reck bei der erstmaligen Vorlage des Gutachtens am vergangenen Freitag. „Wenn wir Investitionsanreize in die dringend benötigten neuen effizienten konventionellen Erzeugungsanlagen setzen wollen, brauchen wir spätestens in drei Jahren einen Marktplatz für gesicherte Leistung und nicht nur einen auf Energiemengen allein fokussierten Markt wie den Energy-only-Markt.“ Das VKU-Gutachten beinhaltet die Forderung nach der Einführung eines Leistungsmarktes, über den die Bereitstellung gesicherter Leistung vergütet wird. Der Preis für die Leistung ergäbe sich demnach aus dem Handel mit Leistungszertifikaten. Auf diese Weise könnten den Autoren zufolge konventionelle Kraftwerke, die eine gesicherte Leistung bereitstellen, am Netz bleiben und die Versorgungssicherheit bei Fluktuation von erneuerbaren Energien garantieren.

 

Der Spitzenkandidat der Grünen, Jürgen Trittin, reagierte am Donnerstag verhalten auf das Gutachten. Auf einer Pressekonferenz in Berlin sagte Trittin: „Der VKU ist bemüht, sich mit der Erstellung dieses Gutachtens der Realität der Energiewende anzupassen. Allerdings verquickt er das Gutachten mit seinen ganz eigenen spezifischen Interessen.“ Er könne verstehen, dass die Kommunen ihre konventionellen Kraftwerke so lange wie möglich erhalten wollten, um keinen finanziellen Schaden zu erleiden. Das dürfe jedoch nicht zu Lasten der Energiewende geschehen.

 

Mit seinem Vorschlag eines integrierten Energiemarktdesigns will der VKU nun die energiepolitische Debatte im Zuge des anstehenden Wahlkampfes mitbestimmen. „Wir verstehen unser Gutachten als wichtigen Diskussionsbeitrag noch vor der Bundestagswahl, denn wir brauchen genau jetzt eine inhaltliche Vertiefung der politischen und öffentlichen Diskussion“, sagte VKU-Präsident und Bürgermeister von Ulm, Ivo Gönner.