Ausstieg nach Währungsdesaster

15.10.15 12:09

Essen beendet Geschäfte mit Schweizer Franken

Von Katharina Gail

Zehn Monate nachdem das Franken-Desaster seinen Lauf genommen hat, macht die Stadt Essen ernst und zieht sich mit einer letzten Tranche aus den Geschäften mit dem Schweizer Franken zurück.

Essen hat am Mittwoch seine Wechselkursgeschäfte mit dem Schweizer Franken zu den Akten gelegt. In einer letzten Tranche entledigte sich die Stadt ihrer Währungskredite und fährt damit einen Verlust in Höhe von 87 Millionen ein, wie aus einer Beschlussvorlage der Kommune hervorgeht. Allein 2014 belastete das Geschäft mit dem Franken den Haushalt der Stadt mit einer Summe in Höhe von 30 Millionen Euro.

 

Die Stadt hatte 2002 Währungskredite in Höhe von 450 Millionen Schweizer Franken aufgenommen – damals noch rund 282.000 Euro wert. Eine Finanz- und Schuldenkrise später sollte der Kredit Ende 2014 mit rund 374.000 Euro belastet sein. Den Höhepunkt des Fremdwährungskredits markiert der 15. Januar diesen Jahres, als die Schweizer Notenbank den Mindestkurs aufhob.

 

Essen ist hoch verschuldet, aktuell mit rund 3,4 Milliarden Euro. Im Jahr 2000 belief sich diese Zahl noch auf 1,1 Milliarden Euro.

 

k.gail@derneuekaemmerer.de