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Beim Finanzmanagement geht die Stadt Hattingen neue Wege.

Hattingen sammelt frisches Geld

02.10.17 12:24

Hattingen begibt erstmals Schuldschein

Von Sarah Nitsche

Kämmerer Frank Mielke sammelt für die Stadt Hattingen frisches Geld ein. Dafür hat die Stadt nun erstmals einen Schuldschein emittiert.

Die Stadt Hattingen hat einen Schuldschein mit einem Volumen von 15 Millionen Euro platziert. Das Papier mit einer Laufzeit von zehn Jahren wurde von vier Investoren gezeichnet. Begleitet wurde die Transaktion von der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen und der Sparkasse Hattingen.

 

Mit dem Schuldschein möchte Kämmerer Frank Mielke (SPD) die Gläubigerbasis der Stadt erweitern, wie er nach Angaben der WAZ im Haupt- und Finanzausschuss der Stadt erklärte. Daher habe man sich in diesem Fall gegen einen klassischen Kassenkredit als Alternative entschieden.

 

Konkrete Angaben zur Verzinsung des Schuldscheins machte die Stadt nicht. Diese bewege sich im marktüblichen Umfeld, hieß es. Aktuell zahlen Kommunen typischerweise 0,3 bis 0,4 Prozentpunkte Aufschlag auf den zehnjährigen Swapsatz von derzeit 0,9 Prozent.

Haushaltssperre wegen hoher Flüchtlingskosten

Mielke hatte erst Anfang Juni eine Haushaltssperre verhängt. Grund waren nach Angaben des Kämmerers die hohen Flüchtlingskosten. Mielke machte in diesem Zusammenhang vor allem das Land NRW für die Haushaltsmisere in Hattingen verantwortlich. Die Kommunen würden vom Land mit den Kosten für die Integration und Betreuung von Flüchtlingen mit einem Aufenthaltsstatus alleine gelassen, kritisierte er.

 

Hattingen hat mehr als 56.000 Einwohner und ist die zweitgrößte Stadt im Ennepe-Ruhr-Kreis in NRW.  

 

s.nitsche@derneuekaemmerer.de