Finanzierung von kommunalen Beteiligungen

22.01.16 08:53

Kapitalmarktdebüt der Entwässerung Essen

Von Katharina Schlüter

Die Entwässerung Essen, eine Tochter der Stadtwerke Essen, hat einen Schuldschein platziert. Die anstehen Investitionen hätten über bilaterale Kredite nicht finanziert werden können.

Die Entwässerung Essen GmbH (EEG), eine Tochter der Stadtwerke Essen, hat ihr Kapitalmarktdebüt hingelegt: Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, emittierte die EEG ein Schuldscheindarlehen mit einem Volumen von 30 Millionen Euro und Laufzeiten von 5, 10 und 12 Jahren. Zu den weiteren Konditionen äußerste sich das Unternehmen nicht, bezeichnete sie aber als „attraktiv“.

 

Mit den Finanzmitteln will die EEG zum einen auslaufende Kredite refinanzieren und zum anderen finanziellen Spielraum für anstehende Neuinvestitionen gewinnen. So wachsen die jährlichen Investitionen in das Abwassernetz der Stadt Essen von durchschnittlich 22 Millionen Euro auf bis zu 57 Millionen Euro in den nächsten Jahren an. Allein mit bilateralen Krediten hätten die anstehenden Investitionen nicht finanziert werden können, so die EEG.

 

Die EEG sind eine hundertprozentige Tochter der Stadtwerke Essen. Seit ihrer Gründung 1998 gehört ihr das Kanalnetz der Stadt Essen, welches sie wiederum zum Betrieb an die Stadtwerke verpachtet.

 

Die Stadtwerke gehören mittelbar zu 51 Prozent der Stadt Essen, weitere Anteilseigner sind die RWE mit 29 Prozent und die Thüga mit 20 Prozent. Aufgrund sinkender Erträge stehen die Stadtwerke stehen unter massiven wirtschaftlich Druck, seit Beginn des Jahres fahren die Stadtwerke daher ein Konsolidierungsprogramm: Über die kommenden 10 Jahre sollen bis zu 100 der 850 Arbeitsplätze gestrichen werden.

 

k.schlueter@derneuekaemmerer.de