Geldpolitik der EZB

11.02.16 15:18

Länder profitieren massiv von EZB-Politik

Von Katharina Schlüter

Dank der Aufnahme von öffentlichen Anleihen in das EZB-Ankaufprogramm dürfen sich die Bundesländer über weiter sinkende Finanzierungskosten freuen. Darauf weist die Ratingagentur S&Ps hin. Die Kommunen würden dagegen kaum profitieren.

Die deutschen Bundesländer sind die größten Profiteure der expansiven Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB), konkret der Aufnahme von Emissionen der Bundesländer und Kommunen in das EZB-Ankaufprogramm im Dezember 2015. Zu diesem Ergebnis kommt die Ratingagentur Standard & Poor’s in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie.

 

So erwartet Felix Winnekens, Kreditanalyst bei Standard & Poor’s in Frankfurt, dass die Bundesländer sich über weiter sinkende Finanzierungskosten freuen dürfen. Hintergrund sei, dass die Deutsche Bundesbank im Auftrag der EZB monatlich öffentliche Anleihen im Wert von 10 Milliarden Euro kaufen müsse. Der der Markt für Anleihen der deutschen Bundesländer sowie des Bundes ohnehin schon sehr eng sein, würde die Konkurrenz um entsprechende Papiere weiter steigen und die Spreads entsprechend sinken.

 

Für die Länder bleiben die niedrigen Zinsen trotz drohender Schuldenbremse sehr wichtig. Denn laut Standard & Poors werden die Länder und Kommunen in 2016 Verbindlichkeiten in Höhe von 111 Milliarden Euro refinanzieren müssen.

 

Die deutschen Kommunen profitieren anders als die Länder nicht direkt vom EZB-Ankaufprogramm. Grund ist erstens, dass die Kommunen sich nach wie vor in erster Linie über Banken und nicht über den Kapitalmarkt finanzieren. Zweitens – darauf weißt Standard & Poor’s aus durchaus eigennützigen Gründen hin – seien deutsche Kommunen nicht geratet. Ein Rating sei aber Voraussetzung für den Ankauf der entsprechenden Papiere durch die EZB-Programme.

 

k.schlueter@derneuekaemmerer.de