Kommunalabgabe für Airbnb

21.06.17 13:55

Airbnb: Erstmals Kommunalabgabe im deutschsprachigen Raum vereinbart

Von Melanie Weber

Premiere in deutschsprachigen Kommunen: Der Schweizer Kanton Zug und der Wohnungs- und Unterkunftsvermittler Airbnb einigten sich auf eine Beherbergungsabgabe, die von allen Anbieter an die Kommunen abgeführt werden müssen.

Im Schweizer Kanton Zug wurde erstmals eine Vereinbarung zwischen Kommunen im deutschsprachigem Raum und dem Wohnungs- und Unterkunftsvermittler Airbnb getroffen. Demnach müssen alle Anbieter, die über die Plattform Airbnb ein Zimmer oder eine Wohnung inserieren, in Zukunft eine Beherbergungsabgabe an die Kommunen abführen. Um zu verhindern, dass die Anbieter die Beherbergungsabgabe unterschlagen, wird die Abgabe automatisch über die Onlineplattform eingezogen. Die Einnahmen die durch diese neue Regelung generiert werden, sollen vor allem zur Förderung der touristischen Infrastruktur dienen, berichtet die F.A.Z.

 

Seit längerem werfen Kommunen der Plattform vor, Wohnraum dem örtlichen Mietmarkt wegzunehmen. Daher sucht Airbnb in vielen Städten den Dialog mit den Behörden, um Kritiker zu besänftigen und strengere Regulierungen für das Unternehmen abzuwenden. Airbnb hat nach eigenen Angaben ähnliche Vereinbarungen mit 270 anderen Gemeinden und Regionen getroffen, bislang aber nicht in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. 214 Millionen Euro sollen so seit dem Jahr 2014 in die kommunalen Kassen geflossen sein.

 

melanie.weber@frankfurt-bm.com