Millionendefizit bei der Bundesgartenschau

18.02.16 13:32

Buga-Defizit wächst weiter

Von Ariane Mohl

Für die fünf beteiligten Kommunen war die Bundesgartenschau 2015 ein teurer Spaß. Sie bleiben auf Kosten von rund 50 Millionen Euro sitzen.

Die Bundesgartenschau 2015 kommt die fünf beteiligten Kommunen in der Havelregion noch teurer zu stehen als bisher angenommen. Insgesamt werden sie wohl auf Gesamtkosten von rund 50 Millionen Euro sitzen bleiben. Dietlind Tiemann (CDU), Oberbürgermeisterin von Brandenburg an der Havel und Vorsitzende des Buga-Zweckverbandes, spricht von zusätzlichen Kosten von 12 Millionen Euro. Bislang waren die Verantwortlichen von „nur“ 10 Millionen Euro ausgegangen. Wie teuer die Blumenschau die fünf ausrichtenden Kommunen am Ende tatsächlich zu stehen kommen wird, ist derzeit unklar. Eine endgültige Abrechnung sei erst nach Bestätigung aller Jahresabschlüsse möglich, heißt es in einer Pressemitteilung des Zweckverbandes. Das ursprüngliche Budget für die Buga lag bei 35 Millionen Euro.

 

Aus Sicht der fünf Buga-Städte – neben Brandenburg an der Havel Premnitz, Rathenow, Stölln und Havelberg – hat der „Jahrhundertsommer“ 2015 dazu geführt, dass die Blumenschau so hohe Verluste gemacht hat. Die Hitzewelle hätte einen „erhöhten Pflegeaufwand“ nach sich gezogen. Hinzu kamen laut Tiemann hohe Ausgaben für die Beseitigung von Sturmschäden. Tiemann räumte ein, dass die Buga wegen der hohen Temperaturen 500.000 Besucher weniger angelockt habe, als von den Veranstaltern ursprünglich angenommen.

 

Für Tiemann ist die Buga trotz des gewaltigen Defizits ein Erfolg. Die Durchführungskosten seien trotz allem geringer als die anderer Gartenschauen. Zudem habe die Blumenschau die Havelregion bundeweit bekannt gemacht. Alles in allem habe die Buga Investitionen in Höhe von über 100 Millionen Euro in die Region gespült hat. „Unsere Bundesgartenschau 2015 hat die Havelregion nachhaltig nach vorne gebracht“, so Tiemanns Fazit.

 

Die Städte müssen die Defizite selbst aufbringen. Steffen Scheller, der Kämmerer von Brandenburg an der Havel, hat nach Informationen der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ) vorsorglich 7,1 Millionen Euro in den Haushalt eingestellt. Ob diese Summe ausreicht, wird sich noch zeigen.   

 

a.mohl@derneuekaemmerer.de