Umfrage von Ernst & Young

10.11.15 07:44

Flüchtlingszustrom: Viele Kommunen müssen sich stärker verschulden

Von Katharina Schlüter

Um Flüchtlinge unterzubringen und zu versorgen werden viele Kommunen in diesem und kommenden Jahr zusätzliche Schulden aufnehmen müssen.

Viele deutsche Kommunen finanzieren die Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen über zusätzliche Kredite. Außerdem werden Investitionen verschoben oder an andere Stellen eingespart, und auch Steuern und Gebühren werden von manchen Kommunen erhöht. Dies sind die zentralen Ergebnisse einer am Montag vorgestellten Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young. Basis der Studie ist eine repräsentative Befragung von 300 deutschen Kommunen mit mehr als 10.000 Einwohnern. Die Befragung wurde im Oktober durchgeführt.

 

Wie die Studie zeigte, wird die Verschuldung deutscher Kommunen angesichts der aktuellen Herausforderungen steigen. So gab jede vierte befragte Kommune an, im laufenden Jahr die zusätzlichen Ausgaben im Bereich der Flüchtlingsunterbringung über neue Schulden zu finanzieren. Für das kommende Jahr rechnen sogar 40 Prozent mit höheren Schulden. Laut Ernst & Young wird die kommunale Verschuldung in diesem und kommenden Jahr damit flüchtlingsbedingt um 2,3 Milliarden Euro steigen.

 

Um die Unterbringung der Flüchtlinge zu finanzieren, wollen 35 Prozent der befragten Kommunen an anderer Stelle Ausgaben einsparen, 31 Prozent werden Investitionen verschieben. Steuer- und Gebührenerhöhung planen immerhin 15 Prozent der Kommunen.

 

k.schlueter@derneuekaemmerer.de