Statistisches Bundesamt zur kommunalen Verschuldung

23.03.16 10:49

Gegen den gesamtstaatlichen Trend: Verschuldung der Kommunen steigt deutlich

Von Ariane Mohl

Dank der guten Konjunktur konnten Bund und Länder ihre Schulden im Jahr 2015 reduzieren. Die kommunale Ebene entwickelte sich gegen den gesamtstaatlichen Trend, die Verschuldung der Kommunen stieg 2015 deutlich.

Der Schuldenstand der Kommunen ist zum 31. Dezember 2015 gegenüber dem 31. Dezember 2014 um 3,8 % beziehungsweise 5,3 Milliarden Euro auf 145 Milliarden Euro angestiegen. Das hat das Statistische Bundesamt (Destatis) auf der Grundlage vorläufiger Ergebnisse mitgeteilt.

 

In absoluten Zahlen ist die Verschuldung in den Kommunen in Nordrhein-Westfalen am stärksten gestiegen. Der Schuldenberg der Gemeinden des Landes ist um rund 2,6 Milliarden Euro angewachsen. Das entspricht einem Anstieg um 5,1 Prozent gegenüber dem 31. Dezember 2014. Auch die Kommunen in Baden-Württemberg haben weitere Schulden in Höhe von 0,746 Milliarden Euro aufgehäuft. Das entspricht einem Zuwachs von 10,5 Prozent. Auch in Sachsen hat sich die Haushaltslage der Kommunen verschlechtert. Die Städte und Gemeinden des Landes haben neue Schulden in Höhe von 0,513 Milliarden Euro gemacht. Das entspricht einem Anstieg von 13,9 Prozent.

 

Schulden abbauen konnten hingegen die Kommunen in Thüringen (–138 Millionen Euro bzw. –4,6 Prozent), Sachsen-Anhalt (–58 Millionen Euro bzw. 1,8 Prozent) und Brandenburg (– 31 Millionen Euro bzw. –1,5 Prozent).

Das Land NRW baut Schulden ab, der Schuldenstand der Kommunen steigt

Während die Kommunen in Nordrhein-Westfalen einen immer größeren Schuldenberg vor sich her schieben, ist es dem Land gelungen, Schulden abzubauen. Der Schuldenstand des Landes hat sich zum 31. Dezember 2015 gegenüber dem 31. Dezember 2014 um rund 1,7 Milliarden Euro verringert. Das entspricht einem Rückgang um –0,9 Prozent.

 

Die prozentual höchsten Schulden-Rückgänge auf Länderebene gab es im Freistaat Bayern mit einem Minus von 2,47 Milliarden Euro (–9,8 Prozent), in Baden-Württemberg (– 4,1 Milliarden Euro bzw. –7,0 Prozent) und Sachsen (–203 Millionen Euro bzw. –6,4 Prozent).

 

Niedersachsen (+3,7 Milliarden Euro bzw. +6,4 Prozent), das Saarland (+205 Millionen Euro bzw. +1,4 Prozent), Rheinland-Pfalz (277 Millionen Euro bzw. +0,8 Prozent) und Hessen (126 Millionen Euro bzw. +0,3 Prozent) haben mehr Schulden gemacht.

 

Insgesamt sind die Länder mit 617,6 Milliarden Euro verschuldet, dies entsprach einem Rückgang von 0,7 Prozent oder 4,3 Milliarden Euro gegenüber dem Ende des vierten Quartals 2014.

Auch die Schulden des Bundes sind gesunken

Auch der Bund konnte Schulden abbauen: Bis zum 31. Dezember 2015 verringerten sie sich gegenüber dem 31. Dezember 2014 um 1,8 Prozent bzw. 23,7 Milliarden Euro auf 1,263 Billionen Euro.

 

Insgesamt sitzen Bund, Länder und Kommunen einschließlich aller Kern- und Extrahaushalte auf einem Schuldenberg von 2,025 Billionen Euro. Gegenüber dem Ende des vierten Quartals 2014 sank der Schuldenstand um 1,1 Prozent bzw. 22,7 Milliarden Euro.

 

Für die Auswertung wurden sowohl die Kern- als auch die Extrahaushalte von Bund, Ländern und Kommunen in den Blick genommen. Sie umfassen sowohl Kreditmarktschulden als auch Kassenkredite. Nicht enthalten sind die Schulden der Sozialversicherung.  

 

a.mohl@derneuekaemmerer.de