Kommunen wollen sich für neuen Flüchtlingszuzug rüsten

10.07.17 15:02

Steigende Flüchtlingszahlen: Kommunen fordern Wohnraumreserve

Um für den Ernstfall gewappnet zu sein, setzt sich der Städte- und Gemeindebund für eine Wohnraumreserve in den Kommunen ein. Zusätzliche Brisanz gewinnt die Forderung durch eine Prognose zum Familiennachzug von Syrern und Irakern.

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) macht sich nach den Erfahrungen der Flüchtlingskrise 2015 für eine Wohnraumreserve stark. „Nach wie vor kommen rund 200.000 Flüchtlinge pro Jahr nach Deutschland und niemand kann mit Sicherheit vorhersagen, ob die Zahlen nicht wieder deutlich ansteigen“, sagte DStGB-Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der Welt am Sonntag. Bund und Länder müssten genau erfassen, wie viele Plätze welcher Art Kommunen vorhalten müssen, um Engpässe zu vermeiden. Für die Kosten müsse der Bund aufkommen, ergänzte Landsberg.

 

Neuer Druck auf den Wohnungsmarkt dürfte auch durch den Familiennachzug entstehen. Nach aktuellen Schätzungen des Auswärtigen Amtes dürfen bald 200.000 bis 300.000 Syrer und Iraker zu ihren Angehörigen nach Deutschland reisen. Diese Personen tauchen in den offiziellen Asylzahlen nicht auf, da sie keinen eigenen Asylantrag stellen müssen.   

 

a.mohl@derneuekaemmerer.de