Kommunen fordern finanzielle Unterstützung

19.07.17 14:10

Steigende Schülerzahl: Kommunen fordern Hilfe von Bund und Ländern

Von Melanie Weber

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund und der Deutsche Städtetag sind sich einig: Die durch die Bertelsmann-Stiftung prognostizierte steigende Schülerzahl in den kommenden Jahren erfordert erhebliche finanzielle Unterstützung von Bund und Ländern.

Der Deutsche Städte-und Gemeindebund wirft dem Kultusministerium vor nicht angemessen auf die prognostizierte steigende Schülerzahl in den kommenden Jahren zu reagieren. Die Kultusministerkonferenz (KMK) rechnete bislang nach einer Prognose aus dem Jahr 2013 mit über einer Million weniger Schülern, berichtete der deutsche Spitzenverband. Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds Gerd Landsberg forderte in einem Interview mit dem Deutschlandfunk die Politiker dazu auf, dringend das Planungskonzept für die Kommunen zu überdenken. Allein 34 Milliarden Euro seien laut KfW-Kommunalpanel für die Renovierung der Schulen notwendig. Bund und Länder müssen daher die Finanzausstattung der Kommunen verbessern, verlangt Landsberg. Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetags Helmut Dedy verweist auf weitere Herausforderungen die durch die steigende Schülerzahl auf die Kommunen zukommen: „Viele Schulen müssen saniert und baulich für den Ganztag und die Inklusion hergerichtet und digital ausgestattet werden.“

 

Hintergrund der aktuellen Diskussion bildet eine Studie der Bertelsmann-Stiftung, wonach im Jahr 2025 etwa 8,3 Millionen Schüler die allgemeinbildenden Schulen besuchen werden. Rund 1,1 Millionen mehr als das Kultusministerium erwartete. Grund der steigenden Zahl ist der Anstieg der Geburtenrate und der Flüchtlingsstrom in den vergangenen Jahren.

 

melanie.weber@frankfurt-bm.com