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Gewerkschafter demonstrieren vor einem Tagungshotel in Potsdam.

Erhebliche Belastungen für Kommunen durch Tarifeinigung

02.05.16 14:22

Tarifeinigung im öffentlichen Dienst kommt Kommunen teuer zu stehen

Von Ariane Mohl

Fast fünf Prozent mehr Geld für Beschäftigte im öffentlichen Dienst: Kommunen rechnen mit zusätzlichen Kosten in Milliardenhöhe.

Die 2,1 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst erhalten in zwei Schritten fast 5 Prozent mehr Geld. Was die Arbeitnehmer freut, wird für die Kommunen zur Belastung: Die Städte und Gemeinden müssen 2016 und 2017 mehr als 6 Milliarden Euro zusätzlich für ihre Beschäftigten ausgeben. Der Bund kommt mit Mehrkosten in Höhe von rund 700 Millionen Euro davon.

 

Während Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) von einem „fairen und annehmbaren Kompromiss“ spricht, warnt Helmut Dedy, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, vor erheblichen Belastungen. Die Mehrausgaben würden besonders strukturschwachen Städten mit hohen Sozialausgaben und Defiziten zu schaffen machen.

Kommunale Arbeitgeber: Einigung ist schmerzhaft, aber akzeptabel

Thomas Böhle, der Präsident der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA), sprach von einer „schmerzhaften Einigung“, die dennoch im Ganzen vertretbar sei.

 

Der Tarifabschluss sieht bei einer Laufzeit von zwei Jahren eine Lohnsteigerung von insgesamt 4,75 Prozent vor, verteilt auf zwei Stufen: 2,4 Prozent rückwirkend ab dem 1. März 2016 und weitere 2,35 Prozent ab dem 1. Februar 2017. Außerdem werden viele Beschäftigte durch neue Entgelttabellen besser gestellt.

 

Verdi und der Deutsche Beamtenbund hatten ursprünglich ein Lohnplus von 6 Prozent gefordert.

 

a.mohl@derneuekaemmerer.de