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Vom Stadtkämmerer zum Oberbürgermeister von Kassel: Christian Geselle (SPD)

Vom Kämmerer zum Oberbürgermeister

07.03.17 15:26

Kassel: Kämmerer Christian Geselle wird neuer Oberbürgermeister

Von Ariane Mohl

Kassel wird weiter von der SPD regiert. Christian Geselle, amtierender Kämmerer der hessischen Großstadt, setzte sich im ersten Wahlgang mit deutlichem Abstand gegen seine Konkurrenten durch.

Christian Geselle (SPD), Stadtkämmerer von Kassel, wird neuer Oberbürgermeister der nordhessischen Großstadt. Der 40-Jährige setzte sich am Sonntag im ersten Wahlgang mit deutlichem Abstand gegen seine fünf Mitbewerber durch. Er erhielt 56,6 Prozent der Stimmen. Der Christdemokrat Dominique Kalb landete mit 18,3 Prozent abgeschlagen auf dem zweiten Platz. Geselle folgt auf Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD), der aus Altersgründen nach zwei Amtszeiten nicht mehr antrat.

 

Geselle ist seit 1. August 2015 Stadtkämmerer von Kassel und leitet das Dezernat II für Finanzen, Beteiligung und Soziales. Der Jurist und Diplom-Verwaltungswirt wurde in Kassel geboren und begann seine berufliche Laufbahn als Polizist. 2006 wurde Geselle erstmals in die Stadtverordnetenversammlung gewählt. Seit Oktober 2013 ist er Vorsitzender der SPD-Fraktion. Die Amtsübergabe soll am 21. Juli stattfinden.

 

 

Kassel bald mit Ampel-Koalition?

Nach Informationen des Hessischen Rundfunks will Geselle sich zügig darum bemühen, ein Bündnis aus SPD, Grünen und zwei ehemaligen FDP-Stadtverordneten zu schmieden. Seit der Kommunalwahl im vergangenen Jahr hatte die rot-grüne Koalition in der Kasseler Stadtverordnetenversammlung keine Mehrheit mehr. Die von Geselle und der SPD-Fraktion präferierte alternative Ampel-Koalition hätte 36 von 71 Stimmen. Die beiden früheren Liberalen Cornelia Janusch und Andreas Ernst, die im Februar im Streit aus der FDP-Fraktion ausgetreten sind, haben bereits bekannt gegeben, dass sie für eine Koalition mit der SPD und den Grünen zur Verfügung stehen. Ein rechnerisch mögliches Zusammengehen mit der CDU bezeichnete Geselle im Hessischen Rundfunk hingegen nur als „zweitbeste Option“.

 

Kassel hat Ende Januar als eine der ersten von über 100 Schutzschirm-Kommunen das Entschuldungsprogramm des Landes verlassen. Die hoch verschuldete Großstadt hatte früher als geplant und dreimal hintereinander einen Überschuss erzielt. Von 2013 bis 2015 blieben insgesamt mehr als 60 Millionen Euro übrig. Kassel hatte vom Land Hessen Entschuldungshilfen in Höhe von 260 Millionen Euro erhalten und sich im Gegenzug zu einem strikten Sparkurs verpflichtet. 

 

a.mohl@derneuekaemmerer.de