Mehr Initiative bei E-Government erwünscht

21.09.17 11:38

Studie: Immer mehr Deutsche wünschen sich die digitale Verwaltung

Von Melanie Weber

Der Wunsch nach mehr digitalen Verwaltungsangeboten steigt bei den Deutschen. Insgesamt 81 Prozent sprechen sich für ein digitales Bürgerkonto aus, das sämtliche Verwaltungsvorgänge bündelt. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie von PwC.

Immer mehr Deutsche möchten ihre Verwaltungsvorgänge künftig online erledigen. Nach einer aktuellen Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC können sich acht von zehn Befragten vorstellen, sämtliche Vorgänge über ein digitales Bürgerkonto abzuwickeln. Damit ist ein Tool gemeint, über das die komplette Interaktion zwischen Bürger und Verwaltung zentral und transparent abgewickelt werden kann. Die größten Vorteile eines solchen Bürgerkontos sehen die Befragten in der damit verbundenen Zeitersparnis (68 Prozent Zustimmung) und Kostenreduktion (64 Prozent Zustimmung).

 

Bedenken existieren nach wie vor beim Thema Datenschutz.  So fürchten 60 Prozent dass die personenbezogenen Informationen in falsche Hände geraten könnten.  Hierbei differenzieren die Studienteilnehmer, welche Behörden Zugriff auf das Bürgerkonto erhalten sollen. Den Stadtverwaltungen (82 Prozent) und den Sozialversicherungsträgern (74 Prozent) bringen die Befragten ein großes Vertrauen entgegen. Anders sieht es bei dem Vertrauen in das Finanzamt (46 Prozent), die Justiz (41 Prozent) und die Bundesagentur für Arbeit (28 Prozent) aus.

Existierende digitale Dienstleistungen werden genutzt

Die bereits vorhandenen digitalen Verwaltungsangebote werden von den Deutschen bereits fleißig genutzt. Laut Umfrage nutzen 67 Prozent die digitalen Dienstleistungen ihrer Verwaltung. „Die Politik sollte darin einen Ansporn sehen, nicht auf halber Strecke stehen zu bleiben“, betonte Alfred Höhn, Leiter Öffentlicher Sektor bei PwC. Vielmehr solle man sich an anderen europäischen Ländern, wie  Dänemark, Estland und Österreich orientieren. Hier können die Bürger von Steuerangelegenheiten über Wohnungskostenzuschüsse bis hin zur Scheidung nahezu alles online regeln. Einen solchen „digitalen Rundum-Service“ wünsche sich Höhn auch für Deutschland.

 

melanie.weber@frankfurt-bm.com