Hehlerei-Skandal bei der Abfallwirtschaft München

19.09.16 10:59

Abfallwirtschaft München reagiert auf Hehlerei-Skandal

Von Ariane Mohl

Korrupte Wertstoffhof-Mitarbeiter schafften monatelang hochwertige Gebrauchtwaren beiseite. Der Abfallwirtschaftsbetrieb München setzt nun auf mehr Kontrolle und Mitarbeiterrotation.

Nach einem Hehlerei-Skandal hat der Abfallwirtschaftsbetrieb München (AWM) die Arbeitsabläufe auf seinen zwölf Sammelstellen grundlegend verändert. Es wurden Videoanlagen installiert. Außerdem sind die Mitarbeiter nun im Rotationsprinzip tätig. Darüber hinaus will das Unternehmen mithilfe von verdeckten Testlieferungen die Ehrlichkeit seiner Angestellten regelmäßig auf den Prüfstand stellen.

 

Hintergrund ist die Anklage gegen 28 Mitarbeiter von neun Wertstoffhöfen. Ihnen wird vorgeworfen, gut erhaltene Elektrogeräte, Hausrat und Möbel gegen Bezahlung beiseite geschafft zu haben. Die Waren sollten eigentlich im städtischen Second-Hand-Verkauf angeboten werden. Doch laut Staatsanwaltschaft hatten sich die AWM-Angestellten von zwei Gebrauchtwarenhändlern bestechen lassen. Alles, was verwertbar zu sein schien, wanderte in das Lager der Händler.

 

 

Diese sollen nach SZ-Recherchen durch den Verkauf der ergaunerten Waren zuletzt 4.400 Gewinn pro Monat gemacht haben. Dafür müssen sie sich seit dem vergangenen Donnerstag vor dem Münchner Amtsgericht verantworten.


a.mohl@derneuekaemmerer.de