Pforzheimer Spekulationsgeschäfte

10.02.15 10:52

Anklage gegen JP Morgan Mitarbeiter

Von Marc-Fabian Körner

Nächste Runde im Rechtsstreit um die Millionenverluste der Stadt Pforzheim: Nun sollen zwei Mitarbeiter der Investmentbank wegen Untreue angeklagt werden. Sie sollen den Gemeinderat nur unzureichend aufgeklärt haben.

Zwei Angestellte der US-Investmentbank JP Morgen werden wegen Beihilfe zur schweren Untreue angeklagt. Dies teilte die Staatsanwaltschaft Mannheim am Montag mit. Von 2006 bis 2008 sollen sie der Stadt Pforzheim Zinsswaps verkauft haben. Den Investmentbankern wird zur Last gelegt, den Gemeinderat nicht ausreichend über die Risiken aufgeklärt zu haben. Die Anklage gegen einen weiteren Mitarbeiter JP Morgans sowie gegen zwei Angestellte der Deutschen Bank wird dagegen fallen gelassen.


Die Zinswetten sollten die Verluste der Stadt Pforzheim aus bereits mit der Deutschen Bank eingegangenen Zinsswaps kompensieren. Die Rechnung ging – wie in so vielen anderen Kommunen – nicht auf: Insgesamt rund 56 Millionen Euro Schaden hatte Pforzheim am Ende zu beklagen. Im Dezember 2014 ließ die Kommune verlautbaren, man habe sich mit JP Morgen gütlich geeinigt. Die Stadt erhielt 37 Millionen Euro.


Bereits vor zwei Jahren wurden die damalige Oberbürgermeisterin sowie ihre damalige Kämmerin und deren Stellvertreter angeklagt. Das zuständige Gericht hat bis heute noch nicht entschieden, ob ein Verfahren gegen die Beschuldigten eröffnet werden wird.