Bauskandal in Duisburg

10.11.16 14:22

Duisburger Ex-Planungsdezernent zu Millionen-Schadenersatz verurteilt

Von Ariane Mohl

Wegen seiner Verstrickung in den Bauskandal um ein Museum muss der ehemalige Planungsdezernent der Stadt Duisburg Schadenersatz in Millionenhöhe zahlen. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft hatte den Ex-Dezernenten verklagt.

Der ehemalige Planungsdezernent der Stadt Duisburg, Jürgen Dressler, muss nach WDR-Informationen 6 Millionen Euro Schadenersatz zahlen. Grund ist seine Verstrickung in den Bauskandal um das Museum Küppersmühle. Das hat das Landgericht am gestrigen Mittwoch entschieden.

 

Die städtische Wohnungsbaugesellschaft Gebag hatte ihre drei früheren Vorstände, darunter Dressler, verklagt. Die anderen beiden Vorstände wurden bereits rechtskräftig zu Schadenersatz in Höhe von jeweils 7,4 Millionen Euro verurteilt. Nun kam das Landgericht zum Ergebnis, dass auch der Ex-Planungsdezernent zahlen muss.

 

Nach Angaben der WAZ spielte es für die Richter keine Rolle, dass Dressler als Baudezernent der Stadt nur ein entsandtes, nebenamtliches Mitglied im Gebag-Vorstand war. Von ihm sei dennoch die gleiche kaufmännische Sorgfaltspflicht zu erwarten. Diese habe Dressler verletzt und der Stadt so erheblichen Schaden zugefügt.

 

Das Museum Küppersmühle sollte vor fünf Jahren erweitert werden. Doch Pfusch am Bau ließ die Kosten aus dem Ruder laufen. Statt 30 Millionen sollte der Ausbau nun mit 70 Millionen Euro zu Buche schlagen. Die Gebag wäre daraufhin fast in die Pleite gerutscht. Am Ende blieb die Wohnungsbaugesellschaft auf einem Schaden von 40 Millionen Euro sitzen.

 

Dressler hat noch die Möglichkeit, in Revision zu gehen.

 

a.mohl@derneuekaemmerer.de