Urteil im Wenzenbacher Untreue-Prozess

04.10.16 13:54

Ein Jahr Haft auf Bewährung für Ex-Bürgermeister von Wenzenbach

Von Ariane Mohl

Das Amtsgericht Regensburg sprach den ehemaligen Bürgermeister der bayerischen Gemeinde Wenzenbach jetzt der Untreue in drei besonders schweren Fällen schuldig. Er hatte nach Einschätzung des Gerichts gemeinsame Sache mit dem Kämmerer gemacht.

Wegen der Veruntreuung von Geldern hat das Amtsgericht Regensburg Josef Schmid, den ehemaligen Bürgermeister von Wenzenbach, zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt. Zusätzlich muss Schmid nach Informationen des Bayerischen Rundfunks 5.000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen.

 

Der frühere Bürgermeister hatte bis zuletzt seine Unschuld beteuert. Er habe sich voll und ganz auf seinen Kämmerer verlassen und lediglich das unterschrieben, was dieser ihm vorgelegt habe.

 

Das nahmen ihm die Richter jedoch nicht ab. Sie kamen zum Ergebnis, dass er mit dem Kämmerer gemeinsame Sache gemacht hat. Nach Überzeugung des Gerichts haben beide Männer die 8.300-Einwohner-Gemeinde durch die unzulässige Auszahlung nicht genommener Urlaubstage sowie durch unrechtmäßige Leistungsprämien für Verwaltungsmitarbeiter um rund 80.000 Euro gebracht.

 

 

Der Kämmerer von Wenzenbach wurde bereits im Juni zu einer Bewährungsstrafe von zehn Monaten verurteilt. Zusätzlich musste er 10.000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung überweisen. 

 

a.mohl@derneuekaemmerer.de