OLG-Urteil zur Falschberatung einer Stiftung

26.06.17 12:56

Falschberatung: Taunussparkasse muss Millionen an Stiftung zahlen

Von Ariane Mohl

Weil sie einer Stiftung eine ungeeignete Geldanlage empfohlen hat, muss die Taunussparkasse mehr als 1 Million Euro an die Stiftung überweisen. Dem Institut wurde darüber hinaus zur Last gelegt, für die Falschberatung versteckte Provisionen kassiert zu haben.

Die Taunussparkasse muss 1,5 Millionen Euro an eine Stiftung zahlen. Das Oberlandesgericht Frankfurt sah es laut F.A.Z. als erwiesen an, dass die Sparkasse die Stiftung im Zusammenhang mit der Beteiligung an einem geschlossenen Immobilienfonds falsch beraten hat. Der Anwalt der Stiftung hatte vor Gericht plausibel gemacht, dass die Bankberater zum Kauf von Anteilen des Fonds geraten hätten, ohne zugleich darauf hinzuweisen, dass es im schlimmsten Fall zu einem Totalverlust des eingesetzten Stiftungskapitals hätte kommen können.

 

Der Sparkasse wurde darüber hinaus zur Last gelegt, dass die Taunussparkasse für die Falschberatung Provisionen kassiert habe, ohne die Stiftung vorab über diese Zusatzkosten zu informieren.

 

Nach Einschätzung des Stiftungsanwalts handelt es sich beim Vorgehen der Taunussparkasse nicht um einen Einzelfall. Stiftungen hätten besondere Anforderungen an eine Kapitalanlage. Diese würden in den Beratungsgesprächen aber oft nicht oder nur unzureichend berücksichtigt, kritisiert der Fachanwalt.

 

a.mohl@derneuekaemmerer.de