„Völliger Mangel an Kontrolle“

22.10.15 15:51

Handy-Skandal: Bewährungsstrafe für städtische Mitarbeiter

Von Katharina Schlüter

Der Oberhausender Handy-Skandal wurde am Mittwoch vor dem Amtsgericht verhandelt. Die zwei angeklagten städtischen Mitarbeiter erhielten Bewährungsstrafen. Auch für die Stadttochter OGM könnte der Fall noch teuer werden: Die Telekom hat Schadensersatzansprüche in Millionenhöhe angemeldet.

Zwei ehemalige städtische Mitarbeiter mussten sich am Mittwoch vor dem Amtsgericht Oberhausen verteidigen. Als Beschäftigte der Stadttochter Oberhausener Gebäudemanagement (OGM) hatten sie über 2.000 Handys verschwinden lassen. Das Amtsgericht verurteilte die beiden nun zu jeweils einem Jahr und zehn Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung. Teil der Bewährungsauflage ist eine Zahlung an OGM. Laut WDR liegt diese bei 140 bzw. 350 Euro monatlich.

 

Die Angeklagten hatten eine Systemlücke im Online-Bestellsystem der Telekom genutzt, um Handys deutlich unter ihrem eigentlich Wert zu kaufen. Ursprünglich nutzen sie die Lücke auf Anweisung des vorgesetzten Abteilungsleiters, um für die OGM Geld zu sparen. Ab 2012 verkauften sie dann die zu Lasten der OMG erworbenen Handys auf eigene Rechnung über Ebay.

 

In seiner Urteilsbegründung gab der vorsitzende Richter der OGM eine nicht unerhebliche Mitschuld an dem Schaden: Nur durch den „völligen Mangel an Kontrolle“ sei die Tat möglich gewesen. Auch die Telekom selbst trage Verantwortung. Nur durch eine „unfassbare Schlamperei“ bei der Telekom wäre die Tat über einen so langen Zeitraum nicht entdeckt worden.

 

Wie der WDR am Donnerstag berichtete, könnte der Handyskandal für die OGM noch teuer werden. So hat die Telekom Schadensersatzansprüche in Höhe von 1,6 Millionen Euro angemeldet.

 

k.schlueter@derneuekaemmerer.de