Regensburger Korruptionsskandal

17.02.17 10:58

Millionenkredit: Sparkasse Regensburg soll Bauunternehmer Sonderkonditionen gewährt haben

Von Anne-Kathrin Meves

Die Regensburger Staatsanwaltschaft ermittelt offenbar in der Spendenaffäre rund um den in Untersuchungshaft sitzenden OB Joachim Wolbergs jetzt auch in Richtung der örtlichen Sparkasse. Diese soll dem ebenfalls inhaftierten Volker Tretzel einen millionenschweren Kredit zu Sonderkonditionen gewährt haben.

Im Regensburger Korruptionsskandal rund um den in Untersuchungshaft sitzenden OB Joachim Wolbergs reiht sich eine Nachricht an die nächste. Nun rückt ein Millionenkredit an den ebenfalls inhaftierten Volker Tretzel in den Mittelpunkt, berichtet die Mittelbayerische in ihrer Online-Ausgabe. Demnach ist ein Kredit über 4,5 Millionen Euro, der dem Bauunternehmer im Februar 2016 zu besonderen Konditionen gewährt worden sein soll, jetzt Teil der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft.

Der mittlerweile suspendierte OB Wolbergs habe sich als Verwaltungsratsvorsitzender der Regensburger Sparkasse dafür eingesetzt, dass Tretzel, der zu dieser Zeit ebenfalls Mitglied im Verwaltungsrat war, den Kredit bekommt. Laut Zeitungsbericht hegt die Staatsanwaltschaft den Verdacht, dass Tretzel den Kredit zu besonderen Konditionen erhalten habe. Ein Sprecher bestätigte gegenüber der Zeitung, dass es sich den bisherigen Ermittlungen zufolge um einen Kredit handelt, der ohne Sicherheitsleistungen zu einem Zinssatz von 0,6 Prozent gewährt worden sei.

Wolbergs, dem zwischenzeitlich die Bezüge gekürzt worden sind, sitzt seit Mitte Januar in Untersuchungshaft. Ihm wirft die Staatsanwaltschaft Bestechlichkeit vor. Dem ebenfalls in Untersuchungshaft sitzenden Bauunternehmer wird Bestechung und einem dritten Beschuldigten Beihilfe zur Bestechung vorgeworfen.


anne-kathrin.meves@frankfurt-bm.com