Landeshauptstadt legt Berufung ein

13.02.15 16:51

Potsdam: Millionenstreit im Luftschiffhafen-Prozess

Von Marc-Fabian Körner

Das Landgericht Potsdam hat Schadensersatzansprüche der Landeshauptstadt gegenüber einem Generalplaner für verjährt erklärt. Nun wird die Stadt Potsdam Berufung gegen das Urteil einlegen.

Die Landeshauptstadt Potsdam plant, das Urteil des Landgerichts Potsdam im Schadensersatzprozess um die Luftschiffhafen-Sporthallen anzufechten. Dies gab die Stadt am Donnerstag bekannt. Das Gericht hatte die zivilrechtliche Klage gegen den Generalplaner der Sanierung der Hallen am 8. Januar zuvor abgewiesen. Eventuelle Schadensersatzansprüche seien verjährt, hieß es in der Begründung.


Die beiden Sporthallen im Olympiastützpunkt Potsdams wurden vor rund 14 Jahren für über 20 Millionen Euro saniert. Als 2006 das Dach der Eislaufhalle in Bad Reichenhall einstürzte, wobei mehrere Menschen zu Tode kamen, ließ die Stadt Potsdam die Dachkonstruktionen eigener öffentlicher Gebäude überprüfen. Da die Sporthallen durch  die vorangegangene Sanierung als risikoarm eingestuft wurden, erfolgte die Untersuchung der Hallen am Luftschiffhafen erst 2013. Hierbei wurden erhebliche Mängel festgestellt. Ein externes Gutachten kam zu dem Schluss, dass das Eigengewicht des Dachs um 26 Prozent über dem Wert lag, den die ursprüngliche Statik zugelassen hatte. Über diese statischen Änderungen führte der zuständige Generalplaner jedoch  keinen Nachweis, den er den Behörden vorlegte. Bei einer Halle bestand sogar ohne Sturm und Schnee Einsturzgefahr, wusste die Berliner Morgenpost vor zwei Wochen zu berichten.


Die Hallen wurden daraufhin Ende 2013 geschlossen und von der Stadt Potsdam erneut für rund fünf Millionen Euro auf eigene Rechnung saniert. Im Mai 2014 wurde zuerst die eine, im November dann die andere Halle wieder für die Spitzen- und Breitensportler des Stützpunktes geöffnet.