Kommunen in Rheinland-Pfalz zahlen für Fundkatzen

05.10.17 15:43

Urteil: Kommunen müssen für Behandlung von Fundkatzen aufkommen

Von Melanie Weber

Laut einem Urteil des Verwaltungsgericht Koblenz müssen Kommunen in Rheinland-Pfalz für die Behandlungskosten von Fundkatzen aufkommen. Es handele sich um Kosten für die Gemeinde als Fundbehörde. Das Argument, dass es sich im konkreten Fall um herrenlose Katzen gehandelt habe, ließ das Gericht nicht gelten.

Nach einem aktuellen Urteil des Verwaltungsgericht Koblenz müssen Kommunen in Rheinland-Pfalz für die Kosten der Tierarztbehandlung von Fundkatzen aufkommen. Im konkreten Fall hatte eine Tierarztpraxis im vergangenen Jahr drei verletzte Katzen für rund 2.000 Euro behandelt, aber die Kosten nicht von der Verbandsgemeinde in der Eifel erstattet bekommen. Die Gemeinde argumentierte, dass es sich bei den Tieren nicht um Fundkatzen, sondern um herrenlose Katzen handele, da ihr Zustand auf Verwilderung hindeute, berichtet die Tageszeitung „Die Welt“.

 

Dagegen reichte die Praxisbetreiberin eine Zahlungsklage ein, dem das Verwaltungsgericht stattgab. Mit der Katzenbehandlung habe die Tierärztin etwas für die Gemeinde als Fundbehörde getan, begründete das Gericht das Urteil. Bei den drei behandelten Tieren habe es sich zwar offenbar um freilaufende, aber nicht um herrenlose Katzen gehandelt, da beispielsweise einer der verletzten Kater ein Mikrochip und ein Halsband getragen habe.

 

melanie.weber@frankfurt-bm.com