Die Höhe der Gasumlage steht fest. Städte und Landkreise sehen Entlastungsbedarf bei bedürftigen Haushalten und Stadtwerken.

Gaskunden in Städten und Gemeinden spüren die Verteuerung der Energiebeschaffung. Gas kostet spätestens nach dem Auslaufen der Preisbindung in den bestehenden Verträgen deutlich mehr als bisher. Hinzu kommt nun die Gasumlage, die die zuständige Trading Hub Deutschland GmbH am 15. August mit 2,419 ct/kWh ermittelt hat. Sie gilt für Firmen und Privathaushalte, aber auch für Kommunen und deren Eigenbetriebe.

Ausgehend von etwa 5 ct/kWh vor einem Jahr ist der Gaspreis bis heute auf 28,4 ct/kWh gestiegen. Dieser Tagespreis liegt zwar deutlich über den vereinbarten Arbeitspreisen der Versorger. Zumeist bestehen langfristige Lieferbeziehungen, die die Preiserhöhung strecken und abmildern. Aber zweistellige Cent-Beträge je kWh dürften im kommenden Jahr die meisten Abnehmer bezahlen. Hinzu kommen nun rund 2,4 ct/kWh als Gasumlage, wodurch sich der Preis weiter erhöht.

Risiken für die Stadtwerke

Der Deutsche Städtetag sieht die Gasumlage insgesamt positiv. „Sie hilft, zu verhindern, dass die Lieferkette zusammenbricht. Und sie verteilt die Mehrkosten bei der Gasbeschaffung solidarisch auf die Verbraucherinnen und Verbraucher,“ sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy gegenüber „Der Neue Kämmerer“. Er sprach sich dafür aus, die Umlage über längere Zeit zu strecken und verlässlich festzulegen. Weitere Preissteigerungen könne der Bund durch Zuschüsse abfedern.

Risiken sieht er vor allem bei der Weitergabe der Umlage durch die Stadtwerke: „Sie gilt nicht für alle Verträge und Tarife. Ein Problem ist das vor allem bei den Lieferverträgen zum Festpreis. Hier zahlen die Stadtwerke für das eingekaufte Gas die Umlage, können aber die Kosten aktuell nicht weitergeben. Hier muss das Gesetz noch nachgebessert werden.“

Kosten für Bedürftige auffangen

Aktuell stehen vor allem die sozialen Kosten der Umlage im Fokus des Verbandes. Für Dedy ist die zielgenaue Entlastung besonders betroffener Menschen durch die Bundesregierung vordringlich. Auch der Deutsche Landkreistag fordert die schnelle Entlastung einkommensschwacher Haushalte. Präsident Reinhard Sager sagt dazu: „Es ist gut, dass es ein neues Entlastungspaket geben soll. Das muss zügig kommen.“ Er schlägt einen dauerhaften pauschalen Heizkostenzuschlag für das Wohngeld vor.

g.schilling@derneuekaemmerer.de

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