Diese kleine Samtpfote scheint ein Zuhause zu haben. Katzen stellen Kommunen aber oft vor Probleme.

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31.07.20

Katzenjammer der Kommunen

Besitzerlose Katzen werden für Kommunen immer wieder zu einem finanziellen Problem. Zeit für einen weiteren Rettungsschirm!

Die Katze ist des Deutschen Lieblingshaustier: Rund 14,8 Millionen Samtpfoten leben hierzulande. Einige sind Freiläufer, andere reine Hauskatzen. Doch manche Tiere werden von ihren Besitzern ausgesetzt und  so zu Fundtieren. Darunter leiden nicht nur die Tiere, sondern Kommunen entstehen dadurch Kosten. Denn Städte und Gemeinden müssen hohe Tierschutzauflagen einhalten. 

Zuletzt beschwerten sich daher zwei kommunale Spitzenverbände darüber, dass sie in dieser Hinsicht allein gelassen werden. In Mecklenburg-Vorpommern etwa hat das Innenministerium eine neue Verwaltungsvorschrift zum Umgang mit Fundtieren veröffentlicht. Der Städte- und Gemeindetag fauchte daraufhin, die neuen Auslegungshinweise würden „zu einer spürbaren finanziellen Mehrbelastung durch erheblichen Mehraufwand bei den Städten und Gemeinden führen, da nunmehr alle herrenlosen Tiere als Fundtiere zu behandeln“ seien.

Das gelte insbesondere für herren- bzw. frauenlose Katzen, für die Kommunen in dem Bundesland nun Futterplätze einrichten müssen. Die entstehenden Mehrkosten seien durch den Finanzausgleich nicht gedeckt.

Das Problem der entlaufenen Samtpfoten

Weiter im Süden in Bayern ist das Katzengejammer des Gemeindetags ebenfalls laut. Auch Bayerns Tierheime seien chronisch unterfinanziert, beklagt der Spitzenverband. Hauptgrund: Katzen. Um genauer zu sein: Die Besitzer der Katzen. Denn: Während Hundebesitzer, diese treuen Seelen, ihre Tiere meist nach einigen Tagen wieder abholten, verblieben die Stubentiger monatelang in der Obhut der Tierheime. 

Da stellt sich dem Bayerischen Gemeindetag das Fell auf: Der Freistaat kenne das Problem seit Jahren, er drücke sich aber „um seine Verantwortung als Aufgabenträger des Tierschutzes“ und überlasse die Kosten den Tierheimen und Gemeinden. Der Verband erwartet jetzt eine angemessene staatliche Finanzierungsbeteiligung.

Ist das realistisch? Wer weiß! Der Staat ist in Coronazeiten in Spendierlaune. Vielleicht kommt dann bald der Rettungsschirm für herrenlose Katzen. Momentan kann man ja fast nichts ausschließen. 

j.eich(*)derneuekaemmerer(.)de