Blick in das Juwelenzimmer des Historischen Grünen Gewölbes. Hier entwenden die Diebe Rubinen und Diamanten.

Grünes Gewöbe/Staatliche Kunstsammlungen Dresden/Foto: David Brandt

26.11.19

Kriminelle brechen in Dresdner Schatzkammer ein

Es ist einer der größten Kunstraube der deutschen Nachkriegsgeschichte: Einbrecher haben sich Zugang zur Schatzkammer in Dresden verschafft. Die Beute: historische Juwelen.

Es klingt wie eine Geschichte aus einem Hollywood-Film: Am frühen Montagmorgen sind Unbekannte in das Historische Grüne Gewölbe in Dresden eingebrochen – der berühmten Schatzkammer im Residenzschloss der sächsischen Hauptstadt. Wie die Polizei mitteilt, haben die Täter zunächst Fenstergitter des Gebäudes und das dahinterliegende Glaselement zerstört, um in die Räumlichkeiten der Schatzkammer einzudringen.

Das Ziel der Einbrecher: Das sogenannte Juwelenzimmer. Laut Polizei-Mitteilung nutzten sie eine Axt, um eine Vitrine zu zerschlagen. In der Folge stahlen die Kriminellen mehrere mit Edelsteinen besetzte Schmuckstücke. Die Polizei soll nur wenige Minuten nach dem Einbruch eingetroffen sein, da waren die Kriminellen allerdings schon wieder weg. Die Sicherheitszentrale des Museums hatte die Einbrecher in Echtzeit beobachtet und Alarm geschlagen.

Raub in Dresden: Schaden unbezifferbar

Nach dem Einbruch sollen die Täter in einem Audi A6 geflohen sein. Möglicherweise relevant: Ein baugleiches Auto wurde kurze Zeit später in einer Tiefgarage in Brand gesteckt. Die Polizei geht darüber hinaus davon aus, dass ein Brand in einem Verteilerkasten im Zusammenhang mit dem Einbruch steht. Durch das Feuer fiel in der Umgebung des Tatorts die Straßenbeleuchtung aus.

Die Polizei hat zudem ein Video des Diebstahls veröffentlicht:

Dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“ zufolge sind möglicherweise hundert Objekte aus den Juwelengarnituren von Friedrich August II. betroffen. Es handele sich um „einen Staatschatz des 18. Jahrhunderts“, sagte die Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen, Marion Ackermann.

Der entstandene Schaden ist laut Ackermann nicht zu beziffern. Die besondere Bedeutung entstehe eher durch die Vollständigkeit des Ensembles. Die „Bild“ schreibt hingegen, der kunsthistorische Schaden gehe in die Milliarden. 

Was machen die Täter mit dem Diebesgut?

Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) zeigte sich bestürzt. „Nicht nur die Staatlichen Kunstsammlungen wurden bestohlen, sondern wir Sachsen! Man kann die Geschichte von Sachsen nicht verstehen, ohne das Grüne Gewölbe“, schrieb er auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. „Die Werte, die hier zu finden sind, wurden von den Menschen in unserem Freistaat über viele Jahrhunderte hart erarbeitet.“

Die Polizei fahndet nun unter Hochdruck nach den Tätern. Ein Verkauf des Diebesguts im Ganzen dürfte sich als schwierig erweisen, da die gestohlenen Schmuckstücke in Kunsthändlerkreisen bekannt sind. Das Auseinandernehmen und Einschmelzen ist indes eine größere Gefahr: Sollten die Kriminellen den Weiterverkauf auf diese Weise organisieren, wären die Kunstgegenstände für immer verloren.

j.eich(*)derneuekaemmerer(.)de