Der DStGB weist auf Defizite der Zensus-Software hin. Das Statistische Bundesamt sieht darin keine Beeinträchtigung des Gesamtablaufs.

„Die hohe angestrebte Qualität der Ergebnisse des Zensus, insbesondere der Bevölkerungszahlen, ist zu jedem Zeitpunkt gegeben.“ Dies erklärt das Statistische Bundesamt auf Nachfrage von DNK. Zuvor wies der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) auf Irritationen der Kommunen beim Umgang mit der Zensussoftware hin und warnte davor, dass diese das Vertrauen in die Belastbarkeit der Ergebnisse in Frage stellen könnten.

„Punktelle Einschränkungen“ beeinträchtigen Ablauf nicht

Qualitativ hochwertige Bevölkerungszahlen seien für viele Anwendungsfälle eine wichtige Grundlage für Bund, Länder und Kommunen. „Umso wichtiger ist es, zuverlässige Ergebnisse hoher Qualität bereitzustellen“, heißt es vom Statistischen Bundesamt. Gleichwohl komme es „bei einzelnen Funktionalitäten in der Software zur Unterstützung der Haushaltsbefragung punktuell zu Einschränkungen“. Diese beeinträchtigten den Ablauf jedoch nicht.

„Diese Einschränkungen sind vielfach bereits gelöst oder werden durch neue Softwareveröffentlichungen behoben. Bis dahin können die Einschränkungen manuell kompensiert werden“, teilt das Statistische Bundesamt mit. Es habe alle Softwarenutzer darüber informiert. „Die Kommunen und statistischen Ämter sind arbeitsfähig. Der Zensus 2022 schreitet erfolgreich voran.“

Zensus-Software: DStGB macht auf Irritationen aufmerksam

Gegenüber DNK hatte DStGB-Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg darauf hingewiesen, dass der kommunale Spitzenverband vermehrt Beschwerden aus Kommunen verzeichne, was die Funktionsfähigkeit der Software für die statistische Erhebung betrifft. Solche Irritationen könnten Zweifel an der Verlässlichkeit der Datenerfassung wecken.

Da der Zensus oft als Grundlage für die Bemessung der Einwohnerzahl einer Kommune herangezogen wird und sich damit auf deren Schlüsselzuweisung auswirkt, müsse das Vertrauen in die Erhebung hoch sein, betont Landsberg. Gelinge es nicht, Zweifel an dem Verfahren zu zerstreuen, könne eine Klagewelle von Kommunen, die sich aufgrund der Zensusergebnisse benachteiligt fühlen, drohen. DNK befragte diesbezüglich das Bundesinnenministerium, das die Anfrage ans Statistische Bundesamt verwiesen hat.

a.erb@derneuekaemmerer.de

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