Der Haushalt 2023 birgt laut Lübecks Kämmerer Manfred Uhlig gleich zwei Highlights. Trotz Mehrkosten bei Energie und Zinsen kann die Stadt einen Überschuss verbuchen.

Zum ersten Mal seit der Umstellung auf die Doppik im Jahr 2010 kann Lübeck einen Haushaltsüberschuss verbuchen. Zwar liegt dieser mit 200.000 Euro für das Jahr 2023 laut Kämmerer Manfred Uhlig „mal gerade eben über Wasser“, doch allein das sei ein großer Erfolg für die Hansestadt. Im neuen Haushalt seien Mehrkosten für Energie in Höhe von 4,5 Millionen Euro und für Zinsen von 1 Million Euro bereits eingepreist.

Uhlig hat sogar im Archiv nachforschen lassen, ob Lübeck vor 2010 schon einmal einen Haushaltsüberschuss erwirtschaften konnte. Dort sei man aber nicht fündig geworden, die archivierten Aufzeichnungen der Stadt wurden bis ins Jahr 1937 gesichtet. Neben dem damit fast schon als historisch zu bezeichnenden Überschuss ist das zweite Highlight für den Kämmerer das ebenfalls erstmals erreichte Haushaltsvolumen von 1 Milliarde Euro.

Lübeck nutzt Haushaltsüberschuss für Investitionen

In der Haushaltsplanung war der Überschuss für das kommende Jahr zunächst noch mit 1,8 Millionen Euro beziffert gewesen, nach dem Beschluss der Bürgerschaft Ende September blieben davon noch 200.000 Euro übrig. „Das Geld hat noch die ein oder andere Begehrlichkeit geweckt“, sagt Uhlig. Mit den nun

Manfred Uhlig, Kämmerer der Hansestadt Lübeck

Manfred Uhlig, Lübeck

neu eingeplanten 1,6 Millionen Euro will die Stadt unter anderem einen Skaterpark bauen und Sportplätze auf LED-Flutlicht umrüsten. Weitere Vorhaben sind die Förderung von Balkonsolarpaneelen für private Haushalte sowie einen barrierefreien Zugang über den historischen Marktplatz zu schaffen.

„Wir haben uns in den vergangenen 20 Jahren viel Mühe gegeben, wirtschaftlich zu arbeiten“, erklärt Uhlig den Erfolg. Er selbst ist erst seit Sommer 2016 Kämmerer in Lübeck. In den vergangenen vier bis fünf Jahren habe die Stadt zudem versucht, den Investitionsstau abzubauen. Dazu zählt er Investitionen in Kitas und Schulen sowie den Aufbau einer digitalen Infrastruktur. „Das zahlt sich jetzt aus“, ist sich Uhlig sicher. „Lübeck ist attraktiv für Unternehmen und Familien“, fügt er hinzu.

Einnahmen aus der Gewerbesteuer trotzen der Coronakrise

Diesen Weg will die wachsende Hansestadt weiter gehen. So sind auch im neuen Haushalt 134 Millionen Euro für Investitionen eingeplant. 8 Millionen Euro davon sind laut Uhlig für Radverkehrsanlagen bestimmt. „Mit dieser gegenüber 2022 verdoppelten Summe tragen wir gleichzeitig zur Verkehrswende bei“, erklärt der Kämmerer.

Ein weiterhin stabiler und starker Ertragsbringer ist in Lübeck die Gewerbesteuer. Sie hat laut Uhlig auch dazu beigetragen, dass „wir auch während der Corona-Pandemie die Investitionen aufrecht erhalten konnten und nicht zurück gefallen sind“. Die Gewerbesteuer sei in Lübeck sehr breit auf verschiedene Branchen mit den Schwerpunkten Medizin und Logistik verteilt. „Da gibt es wenige Ausschläge, die ganz nach oben oder ganz nach unten gehen“, sagt Uhlig.

ak.meves@derneuekaemmerer.de

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