Die Stadt Braunschweig und weitere Kommunen wollen die BLSK-Sparkasse aus der NordLB herauslösen.

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01.09.20
Beteiligungsmanagement

Carve out der BLSK-Sparkasse: Kommunen gehen in Offensive

Die Kommunen aus der Braunschweiger Region wollen Bewegung in ihr Vorhaben bringen, die örtliche Sparkasse aus der NordLB herauszulösen. Sie haben nun ein Gutachten vorgelegt, das den Deal als „Win-Win-Situation“ für alle Akteure darstellt – das Land Niedersachsen will davon allerdings nichts wissen.

Im Frühjahr haben die Kommunen aus dem Braunschweiger Raum ihre Pläne für einen Carve out der Braunschweigischen Landessparkasse (BLSK) öffentlich gemacht (DNK berichtete). Nun legen sie ein Gutachten vor, mit dem sie die Herauslösung der BLSK aus der NordLB vorantreiben wollen. Mit dem Gutachten sei ein „Zielbild für eine eigenständige BSK entwickelt und die finanzielle Tragfähigkeit des Einstiegs der Kommunen in die kommunale Trägerschaft geprüft“ worden, teilten die Städte Braunschweig und Salzgitter sowie die Landkreise Helmstedt, Holzminden und Wolfenbüttel mit.

Carve out der Sparkasse soll NordLB unterstützen

Wenn es nach den Kommunen geht, soll die BLSK durch den Carve out zu einer „modernen und zukunftsfähigen Großsparkasse“ werden, die „frei von Konzernzwängen im regionalen Markt agieren und somit (…) auch die Daseinsvorsorge für die Bürger des alten Braunschweiger Landes absichern kann.“ In finanzieller Hinsicht geben sich die beteiligten Städte und Kreise dazu optimistisch. Sie können laut Gutachten sowohl das notwendige Eigenkapital aufbringen als auch die langfristige Kapitalisierung stemmen – selbst „unter dauerhaft ungünstigen Zinsszenarien“.

Auch für die NordLB sei der Deal laut des Gutachtens nur mit Vorteilen verbunden: „Durch den Wegfall von Komplexität und Fokussierung auf das Kerngeschäft“ unterstütze der Carve out die Landesbank bei der Stabilisierung des Geschäftsmodells. Die Transaktion würde auch die betriebswirtschaftlichen Kennzahlen der Bank nicht verschlechtern und schaffe eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.

NordLB und Niedersachsen zeigen sich überrascht

Die NordLB und ihre Träger dagegen sind von dem erneuten Vorstoß der Kommunen überrascht. Sowohl das Finanzinstitut als auch das niedersächsische Finanzministerium teilten auf DNK-Anfrage mit, das Gutachten nicht zu kennen. „Die BLSK ist Teil des Businessplans der NordLB und leistet einen wichtigen Beitrag zur Restrukturierung und zum Erfolg der Bank“, stellt das Finanzministerium klar.  Zudem verweist das Ministerium auf das milliardenschwere Sanierungspaket für die Bank, das die EU-Kommission im vergangenen Dezember abgesegnet hatte, und das auch mit der BLSK als Bestandteil der NordLB plant. „Unsere bisherigen Prüfungen zeigen keinen Weg auf, wie die BLSK ohne Nachteil und Belastungen für die NordLB und die bisherigen Träger herausgelöst werden kann“, heißt es weiter.

Die Kommunen zeigen sich unterdessen entschlossen. Sie wollen nun in die Verhandlungen mit den Trägern der BLSK einsteigen. Ihr erklärtes Ziel: „Noch in diesem Jahr eine konkretisierende Absichtserklärung für die Herauslösung der BLSK zu unterzeichnen.“

s.doebeling(*)derneuekaemmerer(.)de